Lose-lose-Situation? Pulisics schwerer Start bei Chelsea

Christian Pulisic
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In der vergangenen Rückrunde war Christian Pulisic nur noch als Leihspieler beim BVB aktiv. Denn bereits im Januar-Transferfenster war der US-Boy zu Chelsea London transferiert worden. Doch die Ablösemodalitäten sahen vor, dass Pulisic noch mit dem BVB um die Deutsche Meisterschaft kämpfen könne. Seit Juli ist er nun wirklich in London – aber so richtig angekommen scheint Pulisic bislang noch nicht zu sein.

Mit Eden Hazard verließ der Star des Teams den FC Chelsea im Sommer, externe Neuzugänge durften aufgrund einer Transfersperre nicht verpflichtet werden und mit Frank Lampard übernahm ein Mann das Ruder bei den Blues, der voll auf junge Talente und den Aufbau einer zukunftsträchtigen Mannschaft setzt. Alles perfekt also für den mit vielen Vorschusslorbeeren nach London gekommenen Christian Pulisic. Sollte man meinen. Denn in der Realität läuft es nicht beim US-amerikanischen Flügelstürmer.

Zu Beginn der Saison kam er noch regelmäßig zu Einsätzen. Das Problem: Chelsea spielte schlecht, verlor 0:4 gegen Manchester United, kam gegen Sheffield nicht über ein Remis hinaus. Das 2:2 markierte Pulisics bislang einzige Partie über 90 Minuten – und seinen letzten Startelfeinsatz in der Liga. Drei mal saß er in Folge über 90 Minuten draußen – und just begann Chelsea zu gewinnen, bis auf ein 1:2 gegen Liverpool.

Auch beim 4:1 gegen Southampton wurde Pulisic erst eingewechselt, als schon alles entschieden war. Immerhin gelang ihm sein zweiter Assist der Saison. Die neuen Gesichter von Chelsea heißen Mason Mount oder Tammy Abraham, (noch) nicht Christian Pulisic. Die Yellow Press spekuliert bereits über eine schnelle Flucht Pulisics. „Man kann das nicht komplett ignorieren“, kommentiert der die Berichte. „Ich lebe nicht hinterm Mond. Ich höre und sehe das, aber ich gebe mein Bestes, um es auszublenden.“

Noch glaubt Pulisic an seinen Durchbruch bei Chelsea

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Allerdings werde er „nicht einfach aufgeben“, gibt sich Pulisic kämpferisch. „Wenn ich auf der Bank sitze, heißt das ja nicht, dass der Trainer denkt, ich sei kein Teil der Mannschaft. Es zeigt einfach nur, wo ich gerade stehe. Ich werde weiter Gas geben.“ Er wolle in „jedem Spiel“ in der Startelf stehen. „Dafür arbeite ich hart im Training. Ich will das, und das kann hoffentlich jeder sehen.“

Auch sein neuer Coach, Blues-Legende Frank Lampard, will Pulisic nicht die richtige Einstellung absprechen: „Er ist gerade erst 21 geworden und spielt in einem neuen Land und einer neuen Liga.“ Dass die Integration in England zwar „kulturell leichter als in Deutschland“ gewesen sei, „fußballerisch aber schwerer“, gibt der US-Boy selbst zu.  Dennoch ist er noch lange nicht so weit, die Hoffnung aufzugeben: „Ich weiß es: Meine Zeit wird kommen.“

Pulisic würde der schwarz-gelben Offensive gut tun

Doch nicht nur Christian Pulisic kann aktuell nicht glücklich mit der Situation sein. Ähnlich ergeht es dem BVB. Die jüngste Krise wird auch immer wieder mit fehlendem Killerinstinkt und der Frage nach der Qualität in Verbindung gebracht. Über beides verfügt Pulisic, wie 45 Torbeteiligungen im Trikot des BVB beweisen. Trotz der unbestritten hohen Veranlagung sind seine Nachfolger Thorgan Hazard und Julian Brandt, der mit seiner Rolle beim BVB selbst hadert, den Nachweis bislang noch schuldig geblieben. Brandt kommt bislang erst auf eine Torbeteiligung, Hazard blieb bei vier Vorlagen noch ohne eigenen Treffer.

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