Watzke: Kritik an Favre, Team, Fans und sich selbst

Hans-Joachim Watzke
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Der Haussegen hängt schief. Es ist in diesen Tagen nicht einfach, Fan oder Verantwortlicher von Borussia Dortmund zu sein. Nach dem enttäuschenden 3:3 gegen Aufsteiger Paderborn ist das Team auf der Jahreshauptversammlung des Klubs frostig empfangen worden.

Mit Pfiffen und Buh-Rufen ist das Team von Borussia Dortmund bei der gestrigen Jahreshauptversammlung des Klubs bedacht worden. Kein Wunder, denn das ernüchternde 3:3 gegen Liga-Schlusslicht Paderborn lag erst zwei Tage zurück. Zur Pause lag die Mannschaft gar mit 0:3 zurück und holte immerhin noch einen Punkt. Doch das war zu wenig, um die Gemüter zu beruhigen.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (60) stärkte Trainer Lucien Favre (61) zunächst den Rücken. „Lucien, du hast weiterhin unser Vertrauen“, sagte der starke Mann im Klub. Er sagte aber auch: „Aber eines klar: Am Ende wird Fußball immer über Ergebnisse definiert. Wir alle bei Borussia Dortmund wünschen, dass es Dir und der Mannschaft gelingt, eine Wende zum Positiven herbeizuführen. Dafür hast Du alle Unterstützung, die wir Dir geben können.“

Watzke nahm sich bei der Hauptversammlung auch die Spieler selbst vor. „Viele Spieler, die letztes Jahr noch den Unterschied gemacht haben, befinden sich aktuell in keiner guten Form“, stellte er klar. “ Ich nenne keine Einzelnahmen, aber daran müssen wir arbeiten. Wenn wir uns auf dem Platz befinden, machen wir aktuell nicht den Eindruck einer stabilen Einheit. Das ist in allererster Line die Aufgabe von der Mannschaft, Dir und Deinem Team, lieber Lucien. Und das ist auch unserer gutes Recht, das einzufordern.“

Watzke deutlich: „Reißt euch zusammen, strafft euch!“

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In der UEFA Champions League wartet nun Schwergewicht FC Barcelona (Mittwoch, 21.00 Uhr). Die kommenden Aufgaben werden erneut zur Reifeprüfung für den BVB. „Am Ende müsst Ihr jetzt zeigen, dass wir vor diesen beiden schweren Spielen, die wir haben, mit einer Haltung in dieses Spiel geht: Ihr müsst Euch straffen“, so Hans-Joachim Watzke. „Wir sind immer noch Borussia Dortmund, aber das muss man auch sehen. Reißt Euch zusammen, strafft Euch – und versucht da so aufzutreten, wie es von Borussen erwartet wird.“ Am kommenden Samstag kommt es bei Hertha BSC (15.30 Uhr) zum Krisen-Duell in der Bundesliga.

Watzke übte auf der Versammlung aber auch Selbstkritik. „Das haben wir falsch analysiert – aber mehr als das einzugestehen, können wir nicht machen“, sagte Watzke und räumte in diesem Zusammenhang ein, dass es ein Fehler war, keinen weiteren Mittelstürmer zu kaufen.

Deutliche Worte fand der BVB-Boss aber auch gegenüber einigen Fans: „Wer vorgibt, BVB-Fan zu sein und die Tore des Gegner bejubelt, der sollte unsere Gemeinschaft einfach verlassen.“ Beim 3:3 gegen den SC Paderborn hatte ein Teil des Publikums die Treffer des Gegners höhnisch bejubelt.

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