Befreiungsschlag ja, Trendwende nein – BVB mit Kampfsieg gegen Hertha

Jadon Sancho
Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Die Herthaner Aufbruchstimmung unter Neu-Trainer Jürgen Klinsmann gegen die schwarz gelbe Tristesse unter Noch-Coach Lucien Favre. Das war die Ausgangslage vor Dortmunds Gastspiel in der Hauptstadt. Am Ende durfte der in der Kritik stehende Trainer des BVB jubeln. Nach großem Kampf in Unterzahl konnte der BVB eine knappe 2:1-Führung über die Zeit retten. Wichtige drei Zähler und ein Befreiungsschlag gelangen somit, die große spielerische Trendwende war dies aber noch nicht.

Gegen die Hertha baute Trainer Lucien Favre in seinem drohenden letzten Spiel als BVB-Coach auf eine Dreierkette mit Mats Hummels, Manuel Akanji und dem bislang kaum berücksichtigten Dan-Axel Zagadou. Im 3-3-3-1-System agierten Raphael Guerreiro, Axel Witsel und Achraf Hakimi eine Reihe davor und in der Offensive die vier Dribbler Marco Reus, Julian Brandt, Jadon Sancho und Thorgan Hazard.

Die Herthaner zeigten Klinsmanns Motivations-Fähigkeit und machten ordentlich Druck auf die BVB-Profis. Doch nach fünfzehn eher ereignislosen Minuten hatte Julian Brandt einen Geistesblitz, bediente Jadon Sancho und der lupfte die Kugel an Thomas Kraft vorbei ins lange Eck. 1:0 BVB nach einer Viertelstunde. Und der zweite Streich folgte sogleich. Der form- und offensivstarke Hakimi machte über rechts Tempo und bediente den einstartenden Thorgan Hazard perfekt. Der veredelte die Vorlage technisch stark zum 2:0 in der 18. Minute.

Vor der Halbzeit kippt die Partie – BVB benötigt viel Kampf

Zunächst blieb der BVB tonangebend, doch nach einer halben Stunde kippte die Partie Richtung Hertha BSC. Der umtriebige Lukebakio verzeichnete den ersten gefährlichen Abschluss für den Hauptstadtklub in der 30. Minute. Und vier Zeigerumdrehungen später zog der belgische Angreifer erneut ab. Vladimir Daride streckte seinen Fuß in die Schussbahn und fälschte die Kugel zum Anschlusstreffer in die Maschen ab.

Damit noch nicht genug an Aufregung und Spannung vor dem Halbzeitpfiff. Denn in der 45. Minute lief der nächste schnelle Angriff der Herthaner. Davie Selke startete und wurde von Mats Hummels gefällt. Der BVB-Abwehrchef war bereits verwarnt und musste folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz. Den folgenden Freistoß trat erneut Lukebakio gefährlich auf das Dortmunder Tor, traf aber nur das Außennetz.

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Zurück aus der Halbzeitpause glich Hertha BSC aus – vorläufig zumindest. Grujic bediente Selke, der vor dem Tor eiskalt blieb. Schiedsrichter Sven Jablonski gab den Treffer, doch der VAR meldete sich aus dem Kölner Keller. Selke stand minimal im Abseits, sodass der Treffer aberkannt wurde. In der Folge verteidigte der BVB mit Mann und Maus das eigene Tor, kam selbst zu keinen nennenswerten Angriffen. Doch auch die Berliner kamen nicht mehr zu gefährlichen Abschlüssen, auch nicht mit den eingewechselten Ibisevic und Dilrosun (68. Minute).

In den letzten fünfzehn Minuten kam immer mehr Hektik auf, mehrere Rudelbildungen waren die Folge. Kreativ ging die Hertha nicht mehr vor, sondern trat Flanke um Flanke Richtung Dortmunder Gefahrenzone. Doch die BVB-Defensive ließ nur noch einen Abschluss zu. Marko Grujics Versuch wurde aber von der vielbeinigen Dortmunder Defensive abgeblockt. So brachte der BVB mit wenig Glanz, aber viel Kampf und einem starken Doppelschlag nach 15 Minuten den Dreier über die Zeit. Der Anschluss an die Spitze wurde gewahrt. Die große spielerische Kehrtwende blieb aber erneut aus.

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