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Die holprige Saison-Vorbereitung des BVB

Mats Hummels
Foto: imago images

Keine zwei Wochen mehr bis zum Start der neuen Bundesliga Saison! Die Fans freuen sich schon auf die neue Spielzeit. Auch beim BVB können es die Schwarzgelben Anhänger kaum erwarten, dass es endlich wieder mit dem Bundesligafußball losgeht. Etwas skeptischer blickt Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc auf den Saisonstart: „Wir sind aktuell in keiner guten Verfassung. Noch haben wir zwei Wochen bis zum Pokal und knapp drei Wochen bis zum Ligastart Zeit, uns besser zu präsentieren. Wir müssen die Schlagzahl wieder erhöhen“, so der Sportdirektor nach den letzten Testspielergebnissen. Es läuft noch nicht wirklich wie gewünscht beim BVB. Wir schauen auf die Vorbereitung der Borussia und geben einen Ausblick auf den Saisonstart.

Kader konnte zusammengehalten werden

Die letzte Saison war mit Sicherheit keine schlechte, allerdings auch keine herausragende Spielzeit. Im Titelrennen um die Meisterschaft musste sich der BVB letztlich wieder einmal den Bayern geschlagen geben. Auch in der kommenden Saison gilt der Rekordmeister bei den William Hill Fußball Quoten mit 1,17 (Stand: 04.09.) zu den Topfavoriten auf die Meisterschaft. Trotzdem ist es den Verantwortlichen gelungen, den Kader größtenteils zusammenzuhalten, was in den letzten Jahren nicht unbedingt die Regel war. Zwar schmerzt der Abgang von Real-Leihspieler Achraf Hakimi zu Inter Mailand, allerdings konnte mit Thomas Meunier ein erfahrener Ersatz für diese Position verpflichtet werden. Den größten Coup dürften Zorc und Co. allerdings mit dem Verbleib von Jadon Sancho erreicht haben. Der umworbene Offensivspieler verlängerte bereits im letzten Sommer um ein weiteres Jahr in Dortmund. In der kommenden Saison wird Sancho also auf jeden Fall noch beim BVB spielen.

Testspiele regen zum Nachdenken an

Lucien Favre
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Da auch Emre Can fest verpflichtet wurde, konnte Lucien Favre zu Beginn der Vorbereitung nahezu aus dem Vollen schöpfen. Dabei ließ er schon zu Beginn des Trainingslagers durchblicken, dass er eine Rückkehr zur Viererkette präferieren würde – und das, obwohl das Modell mit einer defensiven Dreierkette in der letzten Saison wesentlich erfolgreicher praktiziert wurde. In 22 Partien mit Dreierkette gelangen 16 Siege. Von den vergangenen sechs Testspielen, die der BVB in der Vorbereitung bisher absolviert hat, wurden die letzten drei nicht gewonnen, zudem hagelte es 10 Gegentore. Das ist angesichts der Gegner wie Duisburg, Paderborn oder Bochum keine allzu starke Ausbeute. Mitunter mag dies auch mit dem „neuen“ System von Favre zu tun haben.

Dreier- oder Viererkette beim BVB?

In allen diesen Spielen ließ Favre die Viererkette spielen – und dass, obwohl mit Dan-Axel Zagadou ein potenziell etatmäßiger Innenverteidiger weiterhin ausfällt. Zwar konnte mit Thomas Meunier auf der rechten Abwehrseite nachgelegt werden und auch Morey sollte auf mehr Spielzeit kommen, allerdings bleibt die linke Seite weiter fraglich. Der zuletzt formschwache Nico Schulz will sich laut Medienberichten zwar beim BVB durchsetzen, ob er langfristig im ballorientierten Spiel der Borussia der richtige Mann ist, sei dahingestellt. Raphaël Guerreiro hingegen hat bereits bewiesen, dass er diese Position in der Viererkette definitiv spielen kann. Allerdings sieht sich der Portugiese selbst viel mehr eine Reihe weiter vorne. Hier bringt seine offensiven Qualitäten noch stärker zum Ausdruck.

Reagiert der BVB noch auf dem Transfermarkt?

Auch wenn Michael Zorc und Aki Watzke unisono betonten, dass es zurzeit schwierig sei, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, forderte Favre zuletzt durch die Blume weitere Verstärkung im Defensivbereich. Dies hängt sicher auch mit den Verletzungen von Zagadou, Meunier und Morey zusammen. Sollte Favre seine Viererkette wirklich durchsetzen, müsste bei einer langwierigen Verletzung von Zagadou auf der Position des Innenverteidigers auf jeden Fall noch nachgebessert werden. Dies scheint glücklicherweise jedoch derzeit nicht er Fall zu sein.

Es bleibt auf jeden Fall auch in der kommenden Saison wieder spannend bei der Borussia. Fans dürfen sich wieder auf jede Menge Überraschungen gefasst machen.