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Kehl schließt weitere Großinvestition aus – Verteidigermarkt unter Beobachtung

Sebastian Kehl
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Am gestrigen Dienstag hat Borussia Dortmund die Verpflichtung von Donyell Malen denn auch offiziell bestätigt, nachdem der niederländische Nationalspieler zuvor bereits erstmals mit seinen neuen Kollegen den Trainingsplatz im schweizerischen Bad Ragaz betreten hatte. Rund 30 Millionen Euro zuzüglich möglicher Bonuszahlungen soll sich der BVB den 22-Jährigen kosten lassen, der einen Vertrag bis 2026 unterschrieben hat.



Letztlich konnte sich der BVB mit seinen wirtschaftlichen Vorstellungen aber durchsetzen, wie Sebastian Kehl in “Bild” betont: “Ab einem gewissen Punkt muss man dann auch mal klare Kante zeigen: Take it or leave it! Am Ende haben wir den Transfer zu unseren Bedingungen realisiert”, so Dortmunds Leiter der Lizenzspielerabteilung, der als designierter Nachfolger von Sportdirektor Michael Zorc in allen Gesprächen dabei war.

BVB “auf alle Szenarien vorbereitet”

Eine weitere Investition in der Größenordnung des Malen-Transfers schloss Kehl unterdessen nun nahezu aus. Ohne konkret auf die in Italien geschürten Gerüchte um ein Interesse an Merih Demiral einzugehen, für den Juventus Turin rund 35 Millionen Euro fordern soll, erläuterte Kehl die auch nach dem 85 Millionen Euro schweren Verkauf von Jadon Sancho nicht einfachen, wirtschaftlichen Voraussetzungen in Dortmund: “Ich werde keine Namen kommentieren. Aber einen Transfer in dieser Größenordnung werden wir in diesem Jahr – Stand jetzt – nicht mehr stemmen. Jeder weiß, dass wir in der Corona-Phase einen dreistelligen Millionenbetrag eingebüßt haben. Und die 85 Millionen Euro für Jadon Sancho klingen zwar immer sehr plakativ, aber das ist ja bei weitem nicht die Summe, die bei uns hängen bleibt, zumal wir auch Verbindlichkeiten zurückführen müssen.”

Angesprochen auf eine mögliche Verpflichtung für die aktuell personell dünn besetzte Innenverteidigung will Kehl nichts überstürzen. “Wir warten ab, wie sich unsere Personalsituation entwickelt. Dan-Axel Zagadou und Soumaila Coulibaly könnten im Herbst zurückkommen, Emre Can ist jetzt wieder da. Wir müssen schauen, wie weit Mats Hummels ist”, vertraut der Ex-Profi grundsätzlich dem vorhandenen Personal, verrät indes, auch andere Optionen im Blick zu haben: “Aber wir beobachten den Markt und sind auf alle Szenarien vorbereitet.”