Nach Wutausbruch: Kovac bittet BVB-Star Adeyemi zum Krisengespräch

Borussia Dortmund bittet Karim Adeyemi im Trainingslager von Marbella zum Krisengespräch. Nach dem Wutausbruch des BVB-Stars gegen Gladbach geht es dabei um Konsequenzen, Selbstkritik – und um klare Erwartungen für die Zukunft.

Im Wintertrainingslager von Borussia Dortmund an der Costa del Sol kommt es zum lange angekündigten Krisengespräch mit Karim Adeyemi. Der 23-Jährige hatte im letzten Pflichtspiel des Jahres beim 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach mit einem Wutausbruch nach seiner Auswechslung für Aufsehen gesorgt. Nun will Trainer Niko Kovac die Szene in Marbella aufarbeiten.

Direkt nach dem Spiel war es zunächst nicht zu einer Aussprache gekommen. „Das haben wir bisher nicht getan. Nach dem Spiel sind natürlich alle in ihre Richtungen abgedüst“, erklärte Kovac zum Trainingsauftakt. Zwar habe es bereits Kontakt gegeben, die eigentliche Klärung solle nun aber „noch einmal im persönlichen Gespräch unter vier, sechs oder acht Augen – je nachdem, wer da teilnimmt –“ erfolgen.

Der Auslöser: Adeyemi hatte nach rund einer Stunde Spielzeit wütend auf seine Auswechslung reagiert und wollte ohne Umweg in die Kabine verschwinden. BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl griff ein und hielt den Nationalspieler zurück. Anschließend kündigte Kehl öffentlich Konsequenzen an und machte unmissverständlich klar: „Das gehört sich nicht, und das weiß auch Karim.“ Eine Geldstrafe sei unumgänglich.

BVB-Coach Kovac nimmt Adeyemi in Schutz

Wie BILD berichtet, ist die Höhe dieser Geldstrafe eines der zentralen Themen beim Krisengipfel im Trainingslager. Für vergleichbare Vergehen mussten BVB-Profis in der Vergangenheit bereits empfindliche Summen zahlen. Die Sanktion wird direkt vom Monatsgehalt abgezogen – ein durchaus spürbarer Einschnitt.

Kovac zeigte sich dennoch bemüht, die Situation einzuordnen. Über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel habe Adeyemi genügend Zeit gehabt, sein Verhalten zu reflektieren. „Ich kenne Karim auch sehr gut, Karim ist ja von Haus aus ein sehr, sehr guter Junge“, sagte der Coach und fügte hinzu: „Ich weiß, dass er einen Fehler gemacht hat.“

Brisant ist der Vorfall auch deshalb, weil er nicht isoliert steht. Bereits kurz zuvor hatte Adeyemi durch Ärger mit der Justiz Schlagzeilen gemacht, nachdem er eine sogenannte „Mystery Box“ bestellt hatte, die illegale Waffen enthielt. Intern wächst laut BILD die Sorge, dass die wiederholten Nebengeräusche zur Belastung werden könnten – obwohl sportlich unbestritten ist, dass ein fokussierter Adeyemi für den BVB ein Unterschiedsspieler sein kann.

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