Nach turbulenten Wochen voller Diskussionen beim BVB zieht Waldemar Anton eine klare Bilanz. Der Nationalspieler erklärt, warum die Mannschaft intern enger zusammengerückt ist und den Druck in Dortmund als Stärke nutzt.
Borussia Dortmund blickt auf eine bewegte Hinrunde zurück – sportlich wie emotional. Öffentliche Diskussionen um Elfmeter-Streitigkeiten, verweigerte Handschläge oder wütende Abgänge einzelner Profis bestimmten zeitweise die Schlagzeilen. Doch Nationalspieler Waldemar Anton macht deutlich: Die Mannschaft hat diese Themen intern aufgearbeitet und sich dabei weiterentwickelt.
Der Innenverteidiger sieht in der offenen Kommunikation innerhalb des Teams sogar eine Stärke. Für ihn gehört es zum Profifußball, dass unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen und Emotionen nicht immer unterdrückt werden können. „Jeder Typ ist anders. Der eine hat mehr Emotionen, der andere weniger. Wir sind doch alle erwachsen“, sagte Anton Interview mit dem kicker – und ergänzt, dass er eine lebendige Kabine bevorzuge, „auch wenn es vielleicht mal nicht so rund läuft“, statt einer Mannschaft, in der Konflikte totgeschwiegen werden.
Neben der internen Aufarbeitung der Aufreger zieht Anton auch eine sportliche Zwischenbilanz. Anderthalb Jahre nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart nach Dortmund sieht er den Klub auf einem stabileren Fundament als noch in der Vorsaison.
Druck als Chance: Antons Blick auf die Mentalität des BVB
Zwar fehle es in manchen Spielen weiterhin an Dominanz und Durchschlagskraft, doch die Richtung stimme. „Die Basics müssen stimmen und da sind wir auf einem richtig guten Weg“, betonte der 29-Jährige. Dass es trotz positiver Tendenzen immer wieder kritische Stimmen rund um den BVB gibt, ordnet Anton als Teil des Umfelds ein.
Der Anspruch sei hoch, der Druck allgegenwärtig – und genau darin liege auch eine Chance. Wichtig sei vor allem die Klarheit innerhalb der Mannschaft. „Wichtig ist, dass wir intern total klar sind. Wir sprechen die Dinge, die wir falsch machen, deutlich an“, erklärt der Abwehrspieler.
Für Anton ist daher entscheidend, dass Borussia Dortmund nicht nur sportlich Fortschritte macht, sondern auch als Team reifer geworden ist. Konflikte werden nicht mehr nach außen getragen, sondern intern gelöst – und die Mannschaft zeigt nach Rückschlägen regelmäßig Reaktionen, die für einen gewachsenen Charakter sprechen. Ein Zeichen dafür, dass beim BVB trotz aller Schlagzeilen vieles in die richtige Richtung läuft.

