Eigentlich ist die sportliche Lage bei Borussia Dortmund nicht allzu schlecht. Vor allem im Vergleich dazu, wie man vor einem Jahr in der Bundesliga dastand. Die Mannschaft stabilisiert zu haben, kann Niko Kovac völlig zu Recht als seinen Erfolg verbuchen. Dass Kritik an der Spielweise zuletzt dennoch immer deutlicher vernehmbar wurde, nervt den Trainer des BVB zunehmend, berichtet die Welt.
Sieben Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr hat Borussia Dortmund eingefahren, ist als Zweiter der Tabelle erster Bayern-Jäger. Dies allerdings mit gehörigem Abstand, welcher neun Punkte beträgt. Und nach Meinung vieler Kritiker sechs Punkte weniger hätte betragen können.
Gleich dreimal ließ man sich in der jüngeren Vergangenheit eine Führung von den Gegnern Hamburger SV, VfB Stuttgart und SC Freiburg noch nehmen, musste sich mit einem Remis begnügen. In der Champions League zeigte sich dasselbe Phänomen in zwei Partien, als man bei Juventus Turin trotz vier eigener Tore nicht gewann und ein besonders enttäuschendes 2:2 zu Hause gegen FK Bodö/Glimt fabrizierte.
„Verweise darauf nerven Kovac neuerdings“, heißt es zur Stimmungslage des Trainers in der Welt. Tatsächlich habe man seit April nur gegen absolute Topclubs verloren, verteidigt Lars Ricken den Trainer und dessen Ergebnisse: Real Madrid, den FC Bayern, Manchester City, den FC Barcelona und Bayer Leverkusen.

Ricken weist auf seltene Niederlagen des BVB
Doch diese Stabilität allein ist vielen Fans nicht mehr genug. „Der Fußball der Westfalen ist selten spektakulär“, schätzt auch die Welt den Fußball des BVB als wenig mitreißend ein. Und Kovac zeigte sich im Trainingslager – etwas weniger gestresst als im Liga-Alltag – einsichtig. So gebe es „es den einen oder anderen Punkt, wo es noch Luft gibt.“ Daran werde im spanischen Marbella gearbeitet. „Wir müssen unsere Chancen besser ausspielen. Es geht um Ballmitnahme und solche Dinge.“ Auch Waldemar Anton stimmt zu, dass es „generell einige Themen“ gibt, die man aufarbeiten müsse. Bei „taktischen Dinge, Standards vielleicht“ sieht der Nationalspieler durchaus Bedarf, das Auftreten von Borussia Dortmund im neuen Jahr zu verbessern.
Allerdings habe Kovac wieder mit vielen Themen zu bearbeiten, die nicht direkt die Spielweise des BVB betreffen: „Disziplinlosigkeiten seiner Stars, anhaltende Wechselgerüchte um Nico Schlotterbeck, Debatten über Vertragsverlängerungen von Kapitän Emre Can, Julian Brandt und Karim Adeyemi belasten das Klima.“ Die Verantwortung für diese Aspekte sieht der Trainer allerdings bei der Clubführung, sodass er sich selbst konzentriert um den Fußball kümmern kann.
Zu begutachten sein wird das Resultat dieser Arbeit bereits am Freitag. Dann tritt der BVB auswärts bei Eintracht Frankfurt an.

