Nach dem spektakulären 3:3 zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund schlägt die Stimmung nicht überall ins Positive um. TV-Experte Dietmar Hamann rechnet hart mit dem BVB ab und spricht von gravierenden Defiziten.
Das 3:3 zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund war für viele ein mitreißender Start ins neue Bundesliga-Jahr. Sechs Tore, Tempo, Emotionen – doch während Fans und Verantwortliche von Werbung für die Liga sprachen, schlug TV-Experte Dietmar Hamann einen ganz anderen Ton an. Für ihn war das vermeintliche Fußballfest eher ein Warnsignal.
Bei Sky machte Hamann am Samstag deutlich, dass ihn weniger die Offensivaktionen beeindruckten als vielmehr die Defensivschwächen beider Teams erschreckten. „Die Leute reden von Spektakel und darüber, was das für ein tolles Spiel war. Ich muss sagen, ich war enttäuscht“, sagte der ehemalige Nationalspieler und nahm dabei vor allem das Abwehrverhalten ins Visier.
Auslöser seiner scharfen Worte war insbesondere die Szene zum Frankfurter 3:2 in der Nachspielzeit. Nach einer unglücklichen Abwehraktion landete der Ball vor den Füßen von Mo Dahoud, der eiskalt traf. Hamanns Urteil fiel vernichtend aus: „Das ist Jugendfußball. Das ist nicht gut genug.“ Noch deutlicher wurde er mit Blick auf die Entstehung der Situation: „Im Jugendfußball würde man bei sowas sagen: Du kannst dir einen anderen Sport suchen.“
Hamann kritisiert Spielverständnis des BVB
Doch nicht nur diese eine Szene störte den 52-Jährigen. Für Hamann offenbart das Spiel grundsätzliche Probleme, vor allem beim BVB. Zweimal ging Dortmund in Führung, zweimal folgte prompt der Ausgleich. „Auch die Dortmunder haben klare Defizite“, stellte der Experte fest und kritisierte mangelndes Spielverständnis sowie fehlendes Gespür für entscheidende Momente.
Sein Fazit fiel entsprechend nüchtern aus: „Vom Spiellesen, zu wissen, was als nächstes gefordert ist, viel zu wenig.“ Während Hamann das 3:3 als symptomatisch für defensive Nachlässigkeiten wertete, sahen andere die Partie deutlich positiver. Dortmunds Sport-Geschäftsführer Lars Ricken etwa sprach von „Werbung für die Liga“ und freute sich über den emotionalen Auftakt nach der Winterpause.
So bleibt nach dem turbulenten Abend in Frankfurt ein geteiltes Bild: Für die einen ein Fußballkrimi mit Unterhaltungswert, für Dietmar Hamann dagegen ein Spiel, das weniger Anlass zur Euphorie als vielmehr zur Sorge gibt.

