Bittere Statistik belegt: Warum der BVB eigentlich die Bayern jagen müsste

Nach starken ersten Halbzeiten spielt Borussia Dortmund statistisch auf Augenhöhe mit dem FC Bayern. Doch weil der BVB Führungen zu selten ausbaut, bleibt das Titelrennen bislang nur Theorie.

Borussia Dortmund spielt in dieser Saison eine merkwürdige Doppelrolle. Zur Pause wirkt der BVB oft wie ein echter Titelkandidat – nach dem Abpfiff steht aber häufig Ernüchterung. Die Zahlen zeigen ein klares Muster: In einer fiktiven „Halbzeit-Tabelle“ lägen die Schwarz-Gelben mit 37 Punkten nur hauchdünn hinter dem FC Bayern. Doch je länger die Spiele dauern, desto mehr schmilzt dieser Anspruch dahin.

Der Unterschied wird besonders deutlich beim Blick auf die zweiten Hälften. Während Dortmund in den ersten 45 Minuten nahezu auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister agiert, rutscht die Mannschaft nach der Pause statistisch ins Mittelmaß ab. Nur ein Bruchteil der Partien wurde nach Wiederanpfiff gewonnen – zu wenig für ein Team, das eigentlich um die Spitze kämpfen will.

Ein Paradebeispiel lieferte der turbulente Start ins neue Jahr in Frankfurt. Zweimal ging der BVB in Führung, zweimal kassierte er den schnellen Ausgleich, am Ende blieb nur ein 3:3. Solche Spiele sind längst kein Einzelfall mehr. Ob gegen St. Pauli, Stuttgart oder zuletzt eben Eintracht Frankfurt – immer wieder verspielt Dortmund Vorsprünge, die eigentlich Sicherheit geben sollten.

Das fehlende zweite Tor: Die größte Baustelle des BVB Im Titelrennen

Trainer Niko Kovac sieht die Ursache weniger in Fitness oder Mentalität als in einem Detail. „Der springende Punkt ist der: Wir schaffen es nicht, nach einer Führung das zweite Tor nachzulegen, sodass wir mal einen Puffer haben von zwei Toren Unterschied“, erklärte der Coach zuletzt. Genau dieser fehlende Schritt zur Vorentscheidung kostet den BVB wertvolle Punkte.

Kovac ist überzeugt, dass sich mit mehr Konsequenz im Abschluss auch die Dynamik der Spiele verändern würde. „Wenn der Gegner mit zwei Toren hintenliegt, macht er noch mehr auf“, sagt der 54-Jährige – und beschreibt damit das Szenario, das Dortmund so oft verpasst: Räume, Entlastung, Ruhe.

So bleibt die bittere Erkenntnis: Der BVB hat statistisch das Potenzial, die Bayern zumindest ernsthaft zu jagen. Doch solange Führungen nicht ausgebaut werden, bleibt Dortmund das, was die Zahlen derzeit zeigen – ein Halbzeit-Meister, der in der Realität zu viele Chancen auf den nächsten großen Schritt liegen lässt.

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