Trotz seiner langen Phase ohne eigenen Treffer verlor Serhou Guirassy gestern nicht die Nerven, als ihm die Chance auf Beendigung seiner Durststrecke auf dem Silbertablett serviert wurde. Frei vor Werder-Keeper Mio Backhaus musste Guirassy nur noch diesen überwinden – was problemlos gelang. Was bedeutet dieser Treffer personell für die nahe Zukunft im Sturm des BVB?
Fünf Tore hatte Serhou Guirassy für den BVB in der Bundesliga vor dem Anpfiff des Abendspiels gegen Werder Bremen erzielt. Alle fünf gelangen ihm in den ersten Monaten der Saison. Seit seinem Siegtor zum 1:0 beim FC Augsburg war der Guineer leer ausgegangen, hatte einzig in der Champions League zweimal gegen den FC Villarreal getroffen. Im Ligabetrieb aber verließ ihn das Glück, was Niko Kovac gestern dazu bewog, den Torschützenkönig der Champions-League-Saison 2024/25 erstmal auf der Bank schmoren zu lassen.
An seiner Stelle stürmte Fabio Silva, der im letzten Sommer für 22,5 Millionen Euro von den Wolverhampton Wanderers verpflichtet worden war. In den letzten Wochen gab es schon Gerüchte, dass Silva möglichst rasch wieder wechseln wolle, weil er beim BVB nur selten eingesetzt wurde. Meist wurde er spät eingewechselt, kam selten einmal überhaupt auf mehr als nur wenige Minuten.
Das war gestern anders. Doch ebenso anders war, dass Silva nicht wie bei seinen Auftritten als Einwechselspieler sehr auffällig agierte. In einer allerdings auch insgesamt wenig überzeugenden BVB-Elf setzte der Portugiese gestern kaum Akzente, bis er in der 84. Minute vom Feld ging – just nach dem Treffer von Serhou Guirassy zum 3:0, der damit zumindest formal seine Krise beendete.

Silva mit „guten Chancen“ auf Startelf gegen St. Pauli
Was bedeuten diese gestrigen Ereignisse nun für die personelle Zukunft der BVB-Offensive? Darüber macht sich die WAZ Gedanken, die sie hier darlegt. Das „Anti-Krisen-Tor“ von Guirassy werden diesen nicht zwangsläufig wieder in die Startelf spülen, heißt es dort.
Vielmehr dürfte Fabio Silva, der immerhin gute Ansätze gezeigt habe, gute Chancen haben, auch beim Beginn der Rückrunde zu Hause gegen den FC St. Pauli am kommenden Samstag wieder in der Startelf zu stehen. „Zementiert aber hat er seinen Platz darin nicht.“ Serhou Guirassy habe seinerseits stark davon profitiert, auf eine bereits erschöpfte Werder-Abwehr zu treffen, zumal er selbst zur Entstehung seiner Torchance nichts beitragen musste.
Statt auf nur einen von beiden zu setzen, bestehe zudem für Niko Kovac weiterhin die Option, auf eine Doppelspitze zu setzen. Gegen zu erwartend tief stehende Hamburger könnte Kovac zu dieser Variante greifen, der sich nach Guirassys Treffer diesbezüglich gestern allerdings nicht in die Karten schauen ließ: „Wir brauchen ihn, wir brauchen Fabio, wir brauchen alle.“

