Wäre Borussia Dortmund bereit, Sebastian Kehl ziehen zu lassen? Und wie konkret sind die Gedankenspiele beim HSV wirklich? Ein Medienbericht gibt Aufschluss über die Gerüchte.
Sebastian Kehl und der Hamburger SV – eine Personalie, die derzeit für reichlich Gesprächsstoff in der Bundesliga sorgt. Seit der Trennung von Sportvorstand Stefan Kuntz sucht der HSV nach einer neuen Führungslösung, und auch der Sportdirektor von Borussia Dortmund wird in diesem Zusammenhang genannt. Doch wie konkret sind die Überlegungen wirklich?
Nach Informationen der WAZ ist der Name Kehl in den Hamburger Gremien bereits gefallen. Von einem fortgeschrittenen Auswahlprozess kann allerdings noch keine Rede sein: Weder gibt es bislang ein verbindliches Anforderungsprofil noch wurden Gespräche mit potenziellen Kandidaten aufgenommen.
Auch in Dortmund wurde man von den Gerüchten überrascht. BVB-Geschäftsführer Lars Ricken machte vor dem Bundesligaspiel gegen Werder Bremen bei DAZN deutlich, dass es bislang keinerlei Kontakt gegeben habe: „Es ist niemand an uns herangetreten. Wir planen gemeinsam auch schon den Kader für den Sommer, deswegen ist es gerade für mich 0,0 Thema.“
Trainer Niko Kovac reagierte ähnlich überrascht auf die Nachfragen zu Kehls Zukunft: „Jetzt erwischst du mich aber auf dem falschen Fuß. […] Jetzt stellst du mir eine Frage von der ich gar nichts weiß. Darauf kann ich überhaupt keine Antwort geben.“
Warum der HSV-Posten für BVB-Sportdirektor Kehl reizvoll ist
Vertraglich ist Kehl ohnehin noch langfristig gebunden. Sein Kontrakt beim BVB läuft bis 2027. Dennoch gilt laut WAZ: Sollte der HSV im Sommer ernst machen und Kehl die Chance auf einen Karriereschritt in den Vorstand bieten, würde man dem langjährigen Kapitän in Dortmund keine Steine in den Weg legen. Ein Wechsel mitten in der laufenden Saison ist dagegen nahezu ausgeschlossen.
Für den 45-Jährigen wäre Hamburg kein neues Terrain. Bereits vor rund zehn Jahren wurde Kehl beim HSV laut WAZ-Informationen als möglicher Sportdirektor gehandelt, später erneut bei der Suche nach einem Sportvorstand. Nach der Trennung von Kuntz taucht sein Name nun wieder auf einer Kandidatenliste auf, die unter anderem auch Oliver Bierhoff, Fabian Wohlgemuth und Hasan Salihamidzic umfasst.
Hinter den Kulissen ist allerdings klar: Die Rolle eines HSV-Sportvorstands wäre für Sebastian Kehl deutlich einflussreicher als seine aktuelle Position als Sportdirektor in Dortmund. Hinzu kommt, dass Kehls Wunsch nach einem weiteren Aufstieg beim BVB zuletzt unerfüllt blieb, seit Lars Ricken 2024 den Geschäftsführerposten übernommen hat.

