Fehlende Qualität? Weidenfeller rechnet mit den BVB-Stars ab

Borussia Dortmund steht nach der Niederlage bei Tottenham in der Champions League unter Druck. Klublegende Roman Weidenfeller rechnet schonungslos mit Einstellung und Auftreten der Mannschaft ab.

Die jüngste Niederlage von Borussia Dortmund in der Champions League hat bei Vereinslegende Roman Weidenfeller deutliche Spuren hinterlassen. Nach dem 0:2 bei Tottenham Hotspur übte der frühere BVB-Torhüter scharfe Kritik am Auftritt der Mannschaft und stellte vor allem die Einstellung der Spieler infrage.

Weidenfeller zeigte sich enttäuscht vom Auftreten der Dortmunder in London. Besonders die fehlende Leidenschaft war ihm ein Dorn im Auge. „Es war keine Körpersprache zu erkennen. Die Gier und der Ehrgeiz haben gefehlt“, sagte der 45-Jährige bei Sky. Gerade in einer Partie mit großer Bedeutung für die Platzierung in der Champions League habe er mehr erwartet: „Ich hätte mir ein ganz anderes Auftreten der Mannschaft gewünscht.“

Tatsächlich verpasste der BVB durch die Niederlage den Sprung in die Top acht der Ligaphase, der den direkten Einzug ins Achtelfinale bedeutet hätte. Stattdessen droht nun der Umweg über die Playoffs.

Qualitätsfrage beim BVB: Weidenfeller legt den Finger in die Wunde

Für Weidenfeller ist das auch eine Frage der grundsätzlichen Leistungsfähigkeit. „Hängt das nicht dann auch mit der Qualität zusammen?“, fragte er provokant und ergänzte ernüchtert: „Wir haben einen tollen Kader von den Namen her, aber man sieht es zu selten auf dem Feld.“

Erschwert wurde die Aufgabe in Tottenham durch eine frühe Rote Karte gegen Verteidiger Daniel Svensson. Doch Weidenfeller wollte diesen Platzverweis nicht als Ausrede gelten lassen. Er bezeichnete das Foul als eine „naive Aktion“ und stellte klar: „Du darfst dich doch nicht beschweren, der Schiedsrichter hat keine andere Wahl.“

Angesichts des frühen Ausscheidens aus dem DFB-Pokal und des deutlichen Rückstands auf den FC Bayern in der Bundesliga liegt der Fokus beim BVB nun umso mehr auf der Champions League. Vor dem letzten Spiel der Ligaphase forderte Sportdirektor Sebastian Kehl deshalb ein anderes Gesicht der Mannschaft. Man müsse den Wettbewerb „vernünftig abschließen“ und verstehen, „dass das nicht der Anspruch ist, den wir alle haben“.

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