Borussia Dortmund steckt nach der Niederlage bei Tottenham in der Ursachenforschung. Oliver Kahn fordert intern „absolute Ehrlichkeit“, während Trainer Niko Kovac vor dem Spiel bei Union Berlin eine klare Reaktion erwartet.
Nach der enttäuschenden 0:2-Niederlage von Borussia Dortmund bei Tottenham Hotspur ist beim BVB Ursachenforschung angesagt. Ausgerechnet gegen einen zuletzt schwächelnden Premier-League-Klub zeigte die Mannschaft von Niko Kovac ein erstaunlich blasses Gesicht – vor allem in der ersten Halbzeit fehlten Intensität und Durchschlagskraft.
Für den früheren Bayern-Vorstand Oliver Kahn liegt ein möglicher Ansatzpunkt weniger im Taktischen als im Zwischenmenschlichen. In der Sky-Talksendung Triple – der Hagedorn-Fussballtalk brachte er interne Klarheit ins Spiel. „Vielleicht braucht es mal eine absolute Ehrlichkeit auch untereinander, dass man einfach mal ehrlich zueinander sagt, was das Problem sein könnte“, so Kahn. Gerade in kritischen Phasen könne offene Kommunikation innerhalb der Mannschaft helfen, Blockaden zu lösen.
Der 56-Jährige deutete an, dass Spannungen oder unausgesprochene Konflikte durchaus leistungshemmend wirken können. Mannschaften mit echter Siegermentalität würden sich laut Kahn dadurch auszeichnen, Probleme direkt anzusprechen – auch wenn das unangenehm sei.
Niko Kovac nimmt BVB-Stars in die Pflicht
Sportlich hat die Niederlage für Dortmund spürbare Folgen. In der Champions-League-Tabelle rutschte der BVB aus den direkten Achtelfinalplätzen und ist nun auf Schützenhilfe angewiesen. Das abschließende Gruppenspiel gegen Inter Mailand gewinnt damit zusätzlich an Brisanz. Dennoch sieht Kahn die Schwarz-Gelben keineswegs chancenlos: „Borussia Dortmund hat schon oft gezeigt, wozu sie in der Lage sind.“
Bevor der Blick jedoch erneut Richtung Königsklasse geht, wartet in der Bundesliga die nächste Bewährungsprobe. Beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin fordert Trainer Niko Kovac eine klare Reaktion. Schon nach dem Auftritt in London hatte der Coach deutliche Worte gefunden: „Wenn man nur 36 Prozent der Zweikämpfe gewinnt, wird es sowohl in der Champions League, aber auch jetzt bei Union schwierig.“
Gerade gegen die körperlich robuste Mannschaft aus Köpenick wird es für den BVB darauf ankommen, wieder mehr Aggressivität und Präsenz auf den Platz zu bringen – auch, um die zuletzt aufgekommene Kritik schnell verstummen zu lassen.

