Nach einer auf dem Papier ordentlichen Saison wird bei Borussia Dortmund offenbar intern genau hingeschaut. Spielstil, Talentförderung und Transferpolitik stehen zunehmend in der Kritik.
Bei Borussia Dortmund läuft die Saison auf dem Papier ordentlich, doch hinter den Kulissen wird deutlich kritischer analysiert. Wie die Sport Bild berichtet, sieht die Vereinsführung trotz stabiler Ergebnisse unter Trainer Niko Kovac mehrere Problemfelder, die mittelfristig zur Belastung werden könnten.
Zwar spricht die Bilanz des 54-Jährigen zunächst für sich, dennoch stören sich die Verantwortlichen laut Sport Bild an den starken Leistungsschwankungen der Mannschaft. Zu häufig wirke der BVB ideenlos und phasenweise schwerfällig. Intern lautet die Erwartung klar: Dortmund soll Spiele dominieren, attraktiver auftreten und häufiger deutliche Siege einfahren. Kovac habe diesen Anspruch akzeptiert und signalisiert, den eingeschlagenen Kurs anzupassen.
Ein zentrales Diskussionsthema ist die aktuelle Spielanlage. Der Verzicht auf klassische Flügelspieler hat sportliche wie wirtschaftliche Folgen. Einerseits fehlt dem BVB der temporeiche Offensivfußball, der den Klub über Jahre ausgezeichnet hat. Andererseits erzielt der BVB keine hohen Transfererlöse mehr, die er in der Vergangenheit vor allem durch den Verkauf von Flügelspielern erwirtschaftete. Laut Sport Bild diskutiert die Vereinsführung deshalb gegen Saisonende ernsthaft eine Rückkehr zu einem flügelbetonten System.
Zu satt, zu teuer? Interne Zweifel an den BVB-Stars
Auch die Talentförderung steht intern auf dem Prüfstand. Die Entwicklung junger Spieler galt lange als Dortmunder Erfolgsmodell, doch unter Kovac habe bislang kein Nachwuchsakteur den entscheidenden Schritt nach vorne gemacht. Das strikt leistungsorientierte Vorgehen des Trainers kollidiert dabei mit der strategischen Ausrichtung des Vereins. Nach Informationen der Sport Bild forderten die BVB-Verantwortlichen Niko Kovac unmissverständlich auf, Talenten künftig wieder mehr Spielzeit zu geben.
Abseits des Platzes sorgt vor allem die Transferpolitik für Unruhe. Wie das Blatt berichtet, sind bei Neuverpflichtungen zu viele Personen eingebunden, was Entscheidungsprozesse verlangsamt und erschwert. Sportdirektor Sebastian Kehl, Geschäftsführer Lars Ricken, Trainerstab, Berater und weitere Funktionsträger verfolgen teils unterschiedliche Ansätze. Das habe in der Vergangenheit dazu geführt, dass vielversprechende Transfers nicht zustande kamen oder ungünstige Vertragsklauseln vereinbart wurden.
Intern wird zudem die Kaderstruktur kritisch hinterfragt. Einige Spieler gelten als „zu satt“, auf bestimmten Positionen fehle es an Qualität, während einzelne Verträge als zu üppig bewertet werden. Mehr Offensivdrang, eine klare Talentstrategie und schlankere Entscheidungswege sollen dem BVB somit helfen, die sportliche Identität zurückzugewinnen.

