Weiterhin glück- und harmlos: BVB „in der Guirassy-Falle“

Nur ganz wenige Chancen erspielte sich Borussia Dortmund im Heimspiel gegen Inter Mailand. Weil diese vergeben wurden, endete die Partie mit einer 0:2-Niederlage. Dabei hätte Serhou Guirassy mit seiner dicken Gelegenheit in der Anfangsphase die Weichen schon auf Sieg stellen müssen, was auf erschreckende Weise nicht gelang. Durch seine anhaltende Formkrise werde Guirassy für den BVB immer mehr zum Problem, merkt Sebastian Weßling in der WAZ an.

Guirassy war an diesem Abend keineswegs der einzige, der seine Abschlussmöglichkeiten kläglich vergab, wie die Presse zum „deutsch-italienischen Fehler-Festival“ zwischen BVB und Inter festhält. In Guirassys Fall war es jedoch besonders frappierend, wie ein Stürmer seiner Qualität völlig frei vor Gästekeeper Yann Sommer etwas fabrizierte, was die WAZ nicht einmal als Rückgabe bezeichnen mag, mit so wenig Schwung kullerte der Ball in die Hände des Inter-Torhüters.

Schließlich war derselbe Serhou Guirassy in der vorigen Saison noch Torschützenkönig der Champions League geworden, hatte damals wie Raphinha vom FC Barcelona 13 Tore erzielt. Momentan steht Guirassy bei mickrigen drei Treffern in acht Spielen der Königsklasse, ebenso viele erzielte Julian Brandt für den BVB.

Fabio Silva
Foto: IMAGO

Kollegen von Guirassy „eifrig, aber mit geringem Ertrag“

Nun ist es keine neue Erkenntnis, dass Guirassy in einer „veritablen Schaffenskrise“ stecke, die ihn auch in der Bundesliga lähmt. Seit dem 31. Oktober 2025, als er beim 1:0 des BVB in Augsburg den Siegtreffer markierte gelangen dem Guineer in den folgenden sechzehn Spielen in allen Wettbewerben noch drei Tore. Ein Doppelpack gegen den FC Valencia hatte schon Hoffnungen aufkommen lassen, dass er seine alte Treffsicherheit wiedergefunden hat. Doch es folgte einzig ein Tor gegen Werder Bremen – und in seiner gesamten Einsatzzeit seit Oktober keine einzige Torvorlage.

Diese Krise wird in zweierlei Hinsicht zum Problem für den BVB, schreibt die WAZ. Erstens gibt es keinen Ersatz im Kader für ihn. Seine Kollegen bemühen sich, seien „eifrig, aber mit geringem Ertrag“. Momentan gelinge es zwar noch erstaunlich gut, die mangelnde Produktivität des einzigen Mittelstürmers zu kompensieren. Das dürfte aber wohl nicht immer so bleiben.

Zweitens würde bei einer Entscheidung des BVB dazu, für Serhou Guirassys Position einen anderen Top-Stürmer zu verpflichten, Guirassy verkauft werden müssen. Ein solcher Transfer würde aber darunter leiden, dass Guirassy seine Form nicht wiederfindet und sich daher die Höhe der realistischerweise zu erzielenden Ablöse immer weiter verringert.

Die einfachste Lösung dieser „Guirassy-Falle“, in der der BVB steckt, liegt allerdings auf der Hand: Guirassy findet bald aus seinem Tief und das noch im Trikot von Borussia Dortmund.

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