Die Chance, gegen den Tabellenführer der Serie A, Inter Mailand, zu demonstrieren, dass man sehr wohl auf höchster Ebene in Europa mithalten kann, ließ die Mannschaft von Borussia Dortmund verstreichen. Zuvor hatte man 0:2 in Tottenham und 1:4 bei Manchester City verloren. Dazu kommen erneut Engpässe beim Personal. Der Kicker beschreibt dies als Probleme „in Breite und Spitze“.
Es reicht aktuell nicht für das allerhöchste Niveau. So lautet das nüchterne wie wohl auch realistische Fazit aus den jüngsten Partien des BVB in der Champions League beim Kicker. Dass Serhou Guirassy seine riesige Torchance kläglich vergab, mag an dessen aktuellem Formtief liegen und wäre noch in der letzten Saison wahrscheinlich anders ausgegangen. Dass dies aber die einzige echte Torchance des BVB gegen Inter Mailand über 90 Minuten war, spricht Bände. So fehlten dem Team „offensive Durchschlagskraft, Tempo, Kreativität und Tiefe im Spiel“, listet der Kicker gleich vier Bereiche, in denen Borussia Dortmund zurzeit kein Level erreicht, vor dem sich Topclubs fürchten müssten.
Hinzu kam zumindest am Mittwoch eine Besorgnis erregende Enge beim Personal für die Defensive. Aaron Anselmino musste bereits zum FC Chelsea zurückkehren. Dann fehlte Niklas Süle und auch Waldemar Anton musste kurzfristig passen. Dennoch sei die Defensive für längere Zeit stabil gewesen – was mancher in der Presse übrigens anders sah – doch hätten Ausfälle während des Spiels Trainer Niko Kovac vor ernstere Probleme gestellt.

Nächster BVB-Gegner nicht auf Champions-League-Niveau
Einzig Yan Couto saß als nominelle Defensivkraft noch auf der Bank, der dazu gerne seinen ausgewiesenen Offensivdrang auslebt. Letztlich kam es nicht dazu, dass Kovac improvisieren musste. Denn die beiden während der Partie gegen Inter angeschlagenen Filippo Mane und Nico Schlotterbeck fielen dann doch nicht aus.
Zudem heißt es, dass fürs Wochenende mit der Rückkehr von Niklas Süle und auch Waldemar Anton zu rechnen sei. Der in der Champions League rotgesperrte Daniel Svensson steht ohnehin wieder zur Verfügung. Die Probleme in der Breite werden somit geringer. Ob das auch den anderen, weiter oben diskutierten Aspekt des Auftretens von Borussia Dortmund betrifft, muss indes fraglich bleiben. Wenigstens heißt der Gegner diesmal nicht Tottenham oder Inter, sondern 1. FC Heidenheim.

