Hat sich BVB-Boss Kehl verzockt? Vorwürfe nach Anselmino-Aus

Borussia Dortmund muss den vorzeitigen Abgang von Aaron Anselmino verkraften. Im Fokus der Diskussion steht dabei vor allem BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl.

Der vorzeitige Abschied von Aaron Anselmino beschäftigt Borussia Dortmund weiterhin – und rückt vor allem Sportdirektor Sebastian Kehl in den Fokus der Kritik. Der Innenverteidiger war im vergangenen Sommer per Leihe vom FC Chelsea zum BVB gewechselt, ehe die Engländer kurz vor Transferschluss die im Vertrag verankerte Rückholoption zogen und den Argentinier zurück nach London beorderten.

Dabei hatte sich Anselmino trotz mehrerer Verletzungspausen als vielversprechende Verstärkung erwiesen. Intern war man sich beim BVB einig, dass der junge Verteidiger enormes Potenzial mitbringt und perspektivisch eine größere Rolle spielen könnte. Entsprechend groß war die Hoffnung in Dortmund, die Zusammenarbeit über das Ende der Leihe hinaus fortzusetzen – auch öffentlich.

Ende November äußerte sich Kehl gegenüber den Ruhr Nachrichten offen über diese Perspektive: „Jetzt werde ich in den nächsten Tagen mal den Hörer in die Hand nehmen. Wir haben natürlich einen guten Draht zu diesem Klub. Wir hoffen, dass er noch weiter bleibt.“

Genau diese Aussagen sollen Chelsea jedoch verärgert haben. Laut übereinstimmenden Berichten von Fabrizio Romano und der BBC war das Interview ein zentraler Auslöser dafür, dass die Blues die Leihe abrupt beendeten. Schon bei den Verhandlungen im Sommer habe der Premier-League-Klub klargemacht, dass man langfristig mit Anselmino plane und ihn keinesfalls fest abgeben wolle. Eine Kaufoption für den BVB war daher nie Teil des Deals.

Nach BVB-Abgang: Anselmino wechselt nach Straßburg

Aarón Anselmino
Foto: IMAGO

Der Leihabbruch, nur wenige Stunden vor Ablauf der Frist, wurde in Dortmund als harter Denkzettel wahrgenommen. Intern soll man überrascht und verärgert reagiert haben – auch, weil sich die sportliche Situation dadurch weiter zuspitzte. Neben Anselmino fiel mit Filippo Mané ein weiterer Innenverteidiger verletzt aus, ein Ersatz wurde am Deadline Day jedoch nicht verpflichtet.

Besonders kritisch wird nun bewertet, dass es offenbar keinen klaren Plan B gab. Nach Informationen von Sky wurde bereits nach dem 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach im Dezember vereinsintern über einen möglichen Abzug Anselminos gesprochen. Das Thema soll sogar in der Kabine präsent gewesen sein. Dennoch wirkte die sportliche Führung um Kehl und Geschäftsführer Lars Ricken unvorbereitet, als Chelsea die Option schließlich zog.

Eine Rückkehr des Argentiniers nach Dortmund war aufgrund des angespannten Verhältnisses zwischen den Klubs offenbar kein realistisches Szenario. Stattdessen verlieh Chelsea den Abwehrspieler umgehend weiter an Racing Straßburg.

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