Nur wenig habe der BVB über die meiste Zeit bei seinem 2:1-Sieg in Wolfsburg angeboten, sei zudem defensiv anfällig gewesen. Das Ergebnis ordnet die Presse daher nahezu einhellig als „Duselsieg“ für Borussia Dortmund ein. Hier ausgewählte Pressestimmen.
„Glücklich, aber gewonnen“, heißt es prägnant im Tagesspiegel zum Dortmunder Sieg. „Die Wolfsburger waren mindestens gleichwertig und hätten sogar gewinnen können, doch ließ vor allem (…) Mohammed Amoura zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt.“ Vom großen Abstand in der Tabelle zwischen beiden Clubs sei nichts zu sehen gewesen, der BVB lange „behäbig“ aufgetreten. Dank Guirassys spätem Treffer kam Borussia dennoch zu drei Punkten und damit dem fünften Sieg aus sechs Spielen in diesem Jahr.
„Spielerisch wie so oft in dieser Saison schwere Kost“ sah der Spiegel bei diesem „Duselsieg“ des BVB. Versetzte die erste Hälfte die Zuschauer lange beinahe „in Trance“, traf gegen Ende erst Beier die Latte, danach Brandt ins Tor. Schlotterbecks „unnötiges“ Handspiel bescherte den Wolfsburgern, die „mit frühem Pressing den Druck erhöhten“ aber den Ausgleich. Während danach Amoura mehrfache Torchancen „in alle Himmelsrichtungen“ vergab, zeigte Guirassy den Hausherren mit seinem Siegtor, wie Effizienz aussieht.

Amoura vergibt gegen BVB „in alle Himmelsrichtungen“
Großes Manko bei Borussia Dortmund seien die „vielen Nachlässigkeiten im Spielaufbau“ gewesen, konstatiert die FAZ. Selbst Gregor Kobel leistete sich einen leichtfertigen Abspielfehler. So wurden die lange Zeit „chancen- und harmlosen“ Wolfsburger aufgebaut, kamen durch Amoura auch wegen anfälliger Abwehrarbeit zu etlichen Gelegenheiten. Auffällig sei aber gewesen, dass vor allem Nico Schlotterbeck „immer wieder lange, meist gut platzierte Pässe quer über das Spielfeld schlug“, er der eigentliche Spielgestalter des BVB war. Dass er im nächsten Spiel gegen Mainz wegen seiner fünften Gelben Karte fehlt, garantiert immerhin, dass er eine solche Sperre nicht gegen den FC Bayern absitzen muss.
Auch die WAZ nutzt die Vokabel vom „Duselsieg“. Wie man dieses Spiel gewann, wisse der BVB wohl selbst nicht. Und zeigt sich selbst ratlos. Der BVB „bleibt ein Spitzenteam, das in der Bundesliga Sieg nach Sieg einfährt. Wie? Das ist langsam nicht mehr zu erklären.“ Denn lange habe der BVB nur wenig anzubieten gehabt. Nur in einer kurzen Phase nach dem 1:0 bis zur Pause schnürte man den Gastgeber ein. Nach den vielen Chancen für den VfL im zweiten Durchgang wäre selbst ein Punkt schon „etwas glücklich“ gewesen. Da es ein Sieg wurde, bleibt man dem FC Bayern letztlich doch ohne einen Dämpfer zu erleiden auf den Fersen.

