Gestern verschaffte sich Borussia Dortmund mit einem 2:0-Heimsieg eine glänzende Ausgangslage für das Rückspiel bei Atalanta Bergamo. Damit wird ein Verbleib in der Champions League wahrscheinlicher – was der BVB auch benötigt, um weiterhin im Konzert der ganz großen Clubs Europas mitmischen zu können, wie Geschäftsführer Carsten Cramer jüngst erläuterte.
Getan hat Cramer dies auf der Spobis, dem weltweit größten Kongress im Sportbusiness, der jährlich in Deutschland über die Bühne geht. Im Januar sprach der BVB-Geschäftsführer erstmals in seiner neuen Rolle als solcher zu den versammelten Marketing-Experten. Zugehört hat dabei auch Frank Hellmann für die Sportschau.
Unter der plakativen Prämisse „Wie viele Millionen fehlen dem BVB zur Meisterschaft?“ gab Cramer in einer Talkrunde bereitwillig Auskunft zur Lage des BVB, ohne jedoch auf die als Aufmacher gewählte Fragestellung einzugehen.
Als „zweiten deutschen Leuchtturm“ im Profifußball bezeichnete Cramer seinen BVB da, der auf einem „richtig guten Fundament“ stehe. Er verweist darauf, dass einzig Borussia Dortmund die Rolle als Nummer 2 hinter dem FC Bayern München dauerhaft ausfülle. Alle anderen deutschen Clubs hätten durchaus Zwischenhochs, würden dann aber aufgrund diverser Schwierigkeiten wieder abtauchen – was diese spezifische Rolle angeht. „Wir sind extrem lange auf hohem Niveau dabei.“

Top-20-Umsatz „keine Selbstverständlichkeit“
Unstrittig sei dabei, dass die Teilnahme an der Champions League elementar sei. Bis zu 100 Millionen Euro erhalte man jährlich daraus. Diese tragen keinen geringen Teil zu den inzwischen über 500 Millionen Euro bei, die der BVB pro Saison umsetzt. Zwar sei das zur Verfügung stehende Budget nicht das einzige, um sportlich erfolgreich zu sein. Die Gelder würden aber zweifelsohne benötigt, um noch gezielter in Sport und die Infrastruktur investieren zu können.
Die Bundesliga bleibe auch für den BVB davon unbenommen das vielzitierte „Brot- und Butter-Geschäft“. Der Club müsse aber seinen Standortnachteil ausgleichen, in keiner Landeshauptstadt oder ähnlichen Metropole ansässig zu sein. Man dürfe nicht vergessen, dass Dortmund lediglich eine 600.000-Einwohner-Stadt sei, die zudem nicht die wirtschaftlich stärkste sei.
Beim Catering könne man seinem Publikum keine Preise wie an anderen Standorten der großen Clubs zumuten, was für die Ticketpreise erst recht gelte. Gerade im internationalen Kontext müsse man diese Nachteile auf anderen Wegen ausgleichen. Regelmäßig zu den 20 umsatzstärksten Clubs der Welt zu gehören, sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit, befindet Cramer. Dafür seien die Einnahmen aus der Champions League für den BVB eben unabdingbar.

