Gestern wurde ein echtes Ruhrpott-Original 70 Jahre alt. Rüdiger Abramczik wurde am 18. Februar 1956 in Gelsenkirchen-Erle geboren, reifte beim FC Schalke 04 zum Profi, der als damals jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte sein Debüt im Oberhaus gab. Das Spiel seines Lebens aber absolvierte der heutige Jubilar im Trikot von Borussia Dortmund, wo er zwischen 1980 und 1983 unter Vertrag stand.
Er ist bei Weitem nicht der einzige Spieler, der vom FC Schalke 04 zu Borussia Dortmund oder umgekehrt wechselte. Und doch war es auch im Falle von Rüdiger Abramczik noch einmal besonders erstaunlich, dass er diesen Weg ging, auch wenn die Rivalität zwischen BVB und S04 damals nicht so extrem hochgekocht wurde wie ab den 1990er Jahren.
Doch der FC Schalke 04 brauchte wie so oft dringend Geld und das war der BVB bereit, für die Dienste von Rüdiger Abramczik nach Gelsenkirchen zu überweisen. Nachdem „Abi“, wie er genannt wird, also sieben Jahre für die Profis von Schalke 04 spielte, streifte er sich ab 1980 das Jersey des BVB über, wenn er in der Bundesliga seiner Arbeit nach ging.
Darin war der gestern 70 Jahre alt gewordene Rüdiger Abramczik so gut, dass er 1978 sogar mit Deutschland zur WM nach Argentinien fuhr. Drei Einsätze bei diesem Turnier samt einem Treffer bescherten dem immer noch jungen Abramczik allerdings keine lange Karriere in der DFB-Elf. Ein Zerwürfnis mit DFB-Präsident Hermann Neuberger sorgte für das Ende seiner Einsätze in der Nationalmannschaft, die sich deshalb auf nur 19 belaufen.

Abramczik unter Lattek und Zebec beim BVB
Fit und fähig aber war Rüdiger Abramczik noch, als er seine dreijährige Zeit beim BVB begann. Am Ende standen 90 Einsätze in der Bundesliga, in denen er 30 Tore erzielte und somit seine zuvor erreichte Quote hielt. Siebter, Sechster und Siebter wurde „Abi“ mit dem BVB, was 1982 die Qualifikation für den UEFA-Pokal bedeutete. Ansonsten blieben größere Erfolge aus, waren vom BVB jener Zeit aber auch nicht erwartet worden.
In seine Zeit bei Borussia Dortmund fällt auch eine Partie, in der Abramczik besonders glänzte. Am 7. Mai 1983 spielte der BVB zu Hause gegen Eintracht Frankfurt, gewann mit 4:1 und Rüdiger Abramczik hatte drei der vier Dortmunder Tore erzielt. Wie das damals genau ablief, erzählt er in folgendem Video, welches zudem zeigt, dass er weiterhin keine Berührungsängste mit dem BVB hat, auch wenn er seinem Jugendclub FC Schalke 04 seit seinem Karriereende besonders nahesteht.

