Gestern verstarb im Alter von 87 Jahren Reinhold Wosab, der von 1962 bis 1971 für Borussia Dortmund auf Torejagd ging. Unter anderem leitete er das erste Tor überhaupt in der Bundesliga durch Timo Konietzka mit ein. Nach seiner Karriere wurde Wosab gefragter Produzent von Trophäen des Weltfußballs, u. a. jener für den Weltfußballer des Jahres.
1938 wurde Reinhold Wosab in Marl geboren, von wo aus es nicht allzu weit war, fußballerisch den Weg zu Borussia Dortmund zu finden. Der Rechtsaußen hatte bei seiner heimischen SpVg Marl auf sich aufmerksam gemacht. Also verpflichtete der damalige Oberligist – zu jener Zeit die höchste Liga – BVB den Stürmer für seine Farben.
Nach seiner ersten Saison bei Borussia Dortmund wurde die Bundesliga eingeführt. Im ersten Spiel des BVB stand Reinhold Wosab bei Werder Bremen auf dem Platz – und leitete das erste Tor der neuen Liga überhaupt ein. Sein Zuspiel zu Lothar Emmerich brachte dieser zu Timo Konietzka, der schon in der ersten Minute des Spiels für den BVB traf.
Anschließend behauptete sich Reinhold Wosab noch bis 1971 bei den Schwarzgelben, mit denen er 1965 DFB-Pokalsieger und ein Jahr später Europapokalsieger der Pokalsieger wurde. Ersteres noch als Stammspieler, letzteres als Ergänzungsspieler, der aber im Finale von Glasgow nicht zum Einsatz kam. In seinen 198 Ligaspielen für den BVB gelangen Wosab 60 Tore und etliche Torvorbereitungen. Nach zwei Jahren beim VfL Bochum ließ er seine Karriere bei Rot-Weiß Lüdenscheid ausklingen.

Wosab wie Paul Europapokalsieger 1966 mit dem BVB
Dem BVB blieb er allerdings nach seiner aktiven Zeit erhalten, war Wosab doch von 1987 bis 2018 (!) als Fußball-Obmann Teil der Vereinsführung der Borussia.
Zu seinem Hauptberuf machte er allerdings das Unternehmen „Glory-Pokale“. Dieses stellte nicht nur Pokale, sondern alle Formen der im Sport üblichen Auszeichnungen wie Medaillen oder Ehrennadeln samt dazugehöriger Gravuren her. Zu seinen Kunden zählten die FIFA und die UEFA. So stammte aus seinem Hause die Trophäe für den Weltfußballer des Jahres, für den „Goldenen Schuh“ und den „Goldenen Handschuh“, die von diesen Verbänden vergeben werden. Auch der kicker zeichnete seine „Trainer des Jahres“ mit einem Pokal aus dem Hause Wosab aus.
Reinhold Wosab starb gestern nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Bad Kreuznach.

