Nach dem 2:2 von Borussia Dortmund bei RB Leipzig sorgt eine umstrittene Szene in der Schlussphase für großen Ärger beim BVB. Spieler, Trainer und Experten kritisieren vor allem den Schiedsrichter und den ausbleibenden Eingriff des VAR deutlich.
Borussia Dortmund hat sich bei RB Leipzig trotz eines späten Comebacks nur mit einem Punkt begnügen müssen. Beim 2:2 in Sachsen stand nach Abpfiff jedoch weniger der späte Ausgleich als vielmehr eine umstrittene Szene im Mittelpunkt, die aus Sicht des BVB einen möglichen Sieg kostete.
In der 89. Minute kam es im Leipziger Strafraum zu einem entscheidenden Zweikampf zwischen Karim Adeyemi und Castello Lukeba. Der Dortmunder Angreifer brachte sich in Position, stellte seinen Fuß vor den Gegenspieler und ging nach einem Kontakt zu Boden. Schiedsrichter Benjamin Brand entschied sofort auf Weiterspielen, auch der Video-Assistent griff nicht ein.
Diese Entscheidung sorgte bei den Dortmundern für erheblichen Unmut. Trainer Niko Kovac fand deutliche Worte und versuchte seine Sicht der Dinge mit einem ungewöhnlichen Vergleich zu erklären: „Wenn ich das sagen darf: Bis zu meinem 13., 14. Lebensjahr war ich Judoka. Das ist eine Sichel. Das ist ein Feger. Also bitte. Natürlich packt der Karim den Fuß vor, aber Lukeba trifft ja nicht mal den Ball. Er trifft ganz klar Karim.“ Für den BVB-Coach stand fest: „Es ist eine Fehlentscheidung!“
Schiedsrichter-Experte Gräfe sieht klaren Tritt gegen BVB-Star Adeyemi
Auch Sportdirektor Sebastian Kehl äußerte sich klar und betonte die Cleverness seines Angreifers: „Natürlich kreuzt ein Stürmer, das muss er machen. Er muss vor ihn kommen. Und am Ende tritt er ihn unten am Fuß.“ Kehl kritisierte zudem den ausbleibenden Eingriff des Video-Assistenten und stellte unmissverständlich fest: „Das ist für mich eine Fehlentscheidung und da muss er eingreifen.“

Unterstützung erhielten die Dortmunder sogar von neutraler Seite. Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe analysierte die Szene detailliert und kam zu einem eindeutigen Urteil. Adeyemi bekomme „einen Treffer, einen klaren Tritt und Treffer unten gegen den Fuß, den Beinbereich und kommt zu Fall“. Auch wenn der Offensivspieler bewusst den Kontakt gesucht habe, sei dies im Zweikampf nicht regelwidrig gewesen. Gräfe folgerte daher, dass es „eigentlich hätte Elfmeter geben müssen.“
Sportlich rettete Dortmund durch ein spätes Tor immerhin noch ein Remis, nachdem Leipzig zuvor mit zwei Treffern in Führung gelegen hatte. Dennoch überwog beim BVB nach Abpfiff der Ärger. Ein Elfmeter in der Schlussphase hätte nicht nur den Spielverlauf komplett drehen, sondern auch im engen Meisterschaftsrennen mit dem FC Bayern eine große Bedeutung haben können.

