„Herzzerreißend“: Sahin spricht offen über sein Scheitern beim BVB

Nach seinem Aus bei Borussia Dortmund blickt Nuri Sahin selbstkritisch auf seine Zeit als Trainer zurück und spricht offen über Fehler und verpasste Chancen. Gleichzeitig deutet er an, dass auch die Voraussetzungen im BVB-Kader und im Verein nicht ideal für seine Spielidee waren.

Für Nuri Sahin war die Trainerstation bei Borussia Dortmund weit mehr als nur ein Job – es war eine Herzensangelegenheit. Als ehemaliger Spieler und Identifikationsfigur des Vereins übernahm er die Mannschaft mit großen Ambitionen. Doch nach nur 27 Pflichtspielen und einem Punkteschnitt von 1,48 endete seine Amtszeit im Januar 2025 vorzeitig.

Ein Jahr später blickt der 37-Jährige selbstkritisch auf diese Phase zurück und benennt offen die Gründe für sein Scheitern. Besonders emotional traf ihn die Trennung vom BVB. „Da ich eine besondere Verbindung zu Borussia hatte, war dieser erste Moment herzzerreißend“, erklärte Sahin rückblickend gegenüber Sky Sports.

Dabei sieht Sahin auch eigene Fehler als entscheidenden Faktor. „Vielleicht war der Übergang, den ich mir vorgestellt hatte, zu schnell. […] Ich hätte Schritt für Schritt vorgehen sollen, aber ich dachte, ich könnte schneller vorankommen. Natürlich habe ich einen Fehler gemacht.“ Seine Vision eines langfristig angelegten Spielstils ließ sich unter den gegebenen Umständen nicht wie geplant umsetzen.

Nuri Sahin übt Selbstkritik und stellt BVB-Kader infrage

Gleichzeitig deutete Sahin an, dass auch die personellen Voraussetzungen nicht optimal gewesen seien. „Wir wollten Dinge umsetzen, aber hatten wir die richtigen Spieler dafür?“ Besonders sein Wunsch nach einem kontrollierten Spielaufbau aus der Defensive stieß an Grenzen. „Es war zum Beispiel nicht wirklich möglich, mit dem Torwart aus der Abwehr heraus zu spielen“, beschrieb er die Schwierigkeiten bei der Umsetzung seiner taktischen Vorstellungen.

Nuri Sahin
Foto: Getty Images

Ein zentrales Problem sei zudem gewesen, dass die Ausrichtung zwischen Trainer und Verein nicht immer vollständig übereinstimmte. Sahin betonte die Bedeutung eines gemeinsamen Verständnisses: „Als Trainer macht es keinen Sinn, wenn man einen Weg einschlagen will und der Verein einen anderen, selbst wenn man die besten Spieler der Welt hat. Man muss an einem Strang ziehen.“

Nach seinem Aus beim BVB fand Sahin schnell eine neue Aufgabe bei Basaksehir. Dort zeigt sich bereits, dass er aus seinen Erfahrungen gelernt hat. Mit einem verbesserten Punkteschnitt und stabilen Leistungen hat er seine Mannschaft im oberen Tabellenbereich der türkischen Süper Lig etabliert und sich damit ein Stück weit rehabilitiert.

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