Bitteres CL-Aus: BVB verliert „fest eingeplante“ Millionen

Nach dem deutlichen Champions-League-Aus bei Atalanta Bergamo muss Borussia Dortmund einen sportlichen und finanziellen Rückschlag verkraften. Die fest eingeplante Millionen-Prämie bleibt aus, während BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl klare Worte findet.

Borussia Dortmund hat durch das deutliche 1:4 bei Atalanta Bergamo nicht nur sportlich einen Rückschlag erlitten, sondern auch finanziell einen empfindlichen Verlust hinnehmen müssen. Sportdirektor Sebastian Kehl räumte nach dem Champions-League-Aus offen ein, dass der Verein fest mit den Einnahmen aus der nächsten Runde gerechnet hatte. „Dieses Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen hatten wir eingeplant“, sagte der 46-Jährige und machte damit deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung das Achtelfinale für den BVB gehabt hätte.

Allein das Erreichen der Runde der letzten 16 hätte den Dortmundern rund elf Millionen Euro eingebracht – zusätzliche Einnahmen durch weitere Spiele wären noch hinzugekommen. Entsprechend groß war die Enttäuschung nach dem klaren Scheitern in Italien. Kehl gestand: „Mit diesem Szenario habe ich mich ehrlich gesagt vor dem Spiel noch nicht beschäftigt.“ Die verpassten Einnahmen seien „natürlich erstmal nichts Gutes“, auch wenn der Klub die Situation intern analysieren und bewältigen wolle.

Trotz CL-Aus: Kehl verteidigt Qualität des BVB-Kaders

Neben den finanziellen Folgen wog vor allem die Art und Weise der Niederlage schwer. Der BVB fand nur schwer ins Spiel und machte es dem Gegner mit eigenen Fehlern zu leicht. „Dieses Spiel heute war über sehr viele Phasen hinweg kein gutes Spiel von uns. Die Kritik müssen wir uns gefallen lassen“, erklärte Kehl selbstkritisch. Besonders in der Anfangsphase habe seine Mannschaft nicht die nötige Entschlossenheit gezeigt.

Sebastian Kehl
Foto: IMAGO

Trotz des klaren Ausscheidens wollte Kehl jedoch keine Grundsatzdiskussion über die Qualität des Kaders führen. „Dass diese Fragen jetzt kommen, kann ich nachvollziehen. Aber ich glaube, dass wir häufig genug in dieser Saison bewiesen haben, dass dieser Kader und diese Mannschaft genug Qualität hat“, betonte der Sportchef. Er sieht den BVB weiterhin auf Augenhöhe mit den internationalen Topteams und stellte klar: „Ich glaube, dass wir einen Platz unter den ersten 16 im Tank haben.“

Umso bitterer ist das Ausscheiden aus Dortmunder Sicht, da man sich zuvor eine gute Ausgangsposition erarbeitet hatte. Statt eines möglichen Achtelfinals bleibt den Schwarzgelben nun nur noch die Bundesliga als Chance auf sportlichen Erfolg. Kehl gab dennoch eine kämpferische Richtung vor: „Wir werden versuchen, Bayern München zu schlagen und alles zu geben.“

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