Im Rahmen der Partie beim 1. FC Köln wurde es publik gemacht: Der BVB wird den auslaufenden Vertrag mit Julian Brandt nicht verlängern. Der 2019 zu Borussia Dortmund gekommene deutsche Nationalspieler verlässt den Club im Sommer ablösefrei. So kommentiert die deutsche Presse diese Entscheidung von BVB und Spieler.
Für ran.de kommentiert Andreas Reiners: In der Retrospektive werde Julian Brandt wohl als „schlampiges Genie“ beim BVB in Erinnerung bleiben. Stets stand er an der Schwelle zum Unterschiedsspieler, der er an guten Tagen auch sein konnte. Wenn er gefordert war, wirkte er aber zu oft, als bräuchte er selbst jemanden, der ihn aus seiner Lethargie erweckt. Er sei ein sehr guter Bundesligaspieler – aber auch nicht mehr. Nun eröffne sich durchs Verlasen der Komfortzone eine neue Chance für Brandt, doch noch jener Unterschiedsspieler zu werden, der er beim BVB zu selten war.
DerWesten legt seinen Fokus auf die Konsequenzen für den BVB. In Top-Form sei Brandt einer der besten deutschen Fußballer überhaupt. Diese zeige er aber zu selten, werde an schwächeren Tagen gar zum Unsicherheitsfaktor für Borussia Dortmund. Diese mangelnde Konstanz auf zentraler Position könne sich ein Club wie der BVB nicht leisten. Zwar käme die Entscheidung überraschend, sie sei aber „die einzig richtige“ für den Verein.

Brandt ließ beim BVB Konstanz vermissen
Auch Oliver Müller findet in der Welt, dass es höchste Zeit sei, dass der BVB mal etwas wagt. Die Trennung sei ein Risiko für beide Seiten. Doch ohne einen Neuanfang könne es keine Entwicklung geben. Die reinen Zahlen läsen sich zwar gut: In fast sieben Jahren kommt er auf 298 Pflichtspiele, erzielte 56 Tore und bereitete 69 Treffer vor. Zudem war er fast nie verletzt. Für die häufig rund um den BVB geführten Mentalitätsdebatte seien seine großen Schwankungen aber ein relevanter Faktor gewesen. Denn Brandt sei „niemand, der in schwierigen Situationen voranging. Das entspricht nicht seinem Naturell.“ Für beide Seiten sei die Entscheidung eine Chance, eine neuen Weg einzuschlagen.
„Gut so“ urteilt auch Sport1 im Kommentar zur Trennung. Brandt sei „Teil einer traumatisierten Generation“ des BVB, die die Meisterschaft 2023 im Heimspiel gegen Mainz verspielte und auch das CL-Finale verlor. Was natürlich nicht allein an Julian Brandt gelegen habe, der auch in dieser Saison viele exzellente Momente hatte. Doch Brandt funktioniere offenbar besser, wenn er nicht den großen Druck spürt. Für ihn sei die Trennung die Chance, sich zu entwickeln. Und der BVB habe in den letzten Jahren ohnehin häufig unangenehme Entscheidungen gescheut. Jetzt aber sei es konsequent, einen Neuanfang zu wagen.

