Vor dem Anstoß der Partie zwischen Borussia Dortmund und dem Hamburger SV gestern am frühen Abend zeigten sich weite Teile des Publikums im Stadion wenig galant. Der für den übertragenden Sender Sky als Experte anwesende Lothar Matthäus wurde vom BVB anlässlich seines Geburtstags reich beschenkt. Das anschließend initiierte Geburtstagsständchen aber mündete in einem Pfeifkonzert.
Am 21. März 1965 erblickte der deutsche Rekordnationalspieler und Weltmeister von 1990 das Licht der Welt im fränkischen Erlangen. Schon mit 18 Jahren wechselte er von dort zu Borussia Mönchengladbach, wo seine Karriere rasch Fahrt aufnahm. Von den Fohlen ging es 1984 zum FC Bayern München, wo er unterbrochen von vier Jahren bei Inter Mailand bis zum Jahr 2000 spielte. Die anschließende Stippvisite bei den New York Metro Stars war nur von kurzer Dauer, ehe er mit 39 Jahren seine Karriere beendete.
Darin war Lothar Matthäus nicht nur als Kapitän 1990 Weltmeister geworden, hatte schon 1980 den Europameistertitel geholt und mit seinen Vereinen acht Landesmeistertitel und zwei mal den UEFA-Pokal gewonnen. Dass er das Gros seiner Karriere beim FC Bayern München und damit beim größten Rivalen von Borussia Dortmund zubrachte, dürfte gestern Anlass für die wenig wohlgesonnenen Reaktionen der Dortmunder Fans gewesen sein.

Matthäus unter Trappatoni Co-Trainer von Kovac in Salzburg
Denn nachdem BVB-Trainer Niko Kovac dem heutigen TV-Experten Lothar Matthäus ein Geschenkpaket des BVB überreicht hatte, lief die nächste vorgesehene Ehrung nicht wie erwünscht vonstatten. Erhalten hatte Matthäus, der einst Co-Trainer des Spielers Niko Kovac in Salzburg gewesen war, ein Exemplar des Sondertrikots, in dem der BVB gestern gegen den HSV spielte. Dazu gab es eine historische Original-Eintrittskarte für das Stadion Rote Erde, welches das Thema des Sondertrikots ist.
Als Stadionsprecher Norbert Dickel aber die noch nicht vollzählig erschienenen Zuschauer zu einem Liedchen für Lothar Matthäus bewegen wollte, ging dieses Vorhaben in einem Pfeifkonzert der Fans des BVB unter. Matthäus freute sich trotzdem, dass man diese Geste zumindest versucht hatte, hieß es später zur Reaktion des so hörbar Verschmähten.

