Das 3:2 des BVB über den HSV kam durch zwei höchst unterschiedliche Halbzeiten zustande. Während der HSV nach der ersten sogar höher hätte führen können, erspielte sich der BVB in der zweiten 15:0 Torschüsse und traf dreimal zum späten Sieg. So sah die Presse dieses Abendspiel der Bundesliga am Samstag.
Die Welt schreibt von einem „rasanten“ Spiel, in dem erst der HSV glänzte, dann aber vom BVB „überrannt“ wurde. Dabei habe Dortmund eine „sehr schlechte erste Halbzeit“ abgeliefert, in welcher der HSV deutlich wacher und entschlossener als der BVB auftrat, sogar noch höher hätten führen können. In der zweiten dann agierte der BVB deutlich druckvoller, kam der HSV nach dem Ausgleich gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus.
Ganz ähnlich klingt es bei der Hamburger MOPO: Der HSV habe „gut losgelegt“, doch im zweiten Durchgang spielte nur noch Dortmund. „So sehr der HSV den Tabellenzweiten zunächst überrascht hatte, so sehr überrollte die Borussia die Gäste nach dem Seitenwechsel.“
Die Sportschau war angetan vom Duell BVB – HSV, bei dem „von Beginn an ordentlich Feuer drin“ gewesen sei. Dabei macht der HSV „wieder mal ein ganz starkes Spiel“, verdiente sich die Führung. Derweil haderte der BVB lange Zeit mit seinem Unvermögen vor dem Tor, „auch im zweiten Abschnitt tat sich Dortmund weiter schwer.“ Ehe doch noch die komplette Wende gelang.

Kovac‘ Wechsel brachten BVB die Wende
Die Süddeutsche Zeitung weist darauf hin, dass vor allem die Wechsel von Niko Kovac die Wende gebracht hätten. Weil die Startelf sich aber wenig seriös präsentierte, habe sich „eines der verrücktesten Spiele der Saison“ entwickelt. Am Ende sei der Erfolg des BVB angesichts von 24:4 Torschüssen zwar nicht unverdient, doch lange „strapazierten [die Dortmunder] die Nerven ihres Trainers und des Publikums gravierend.“ Erst in der zweiten Hälfte fand man zu einer „angemessen Verfassung“.
Für den Spiegel war die erste Hälfte aus BVB-Sicht „eine zum Vergessen. Vor allem für Felix Nmecha“, der nicht nur den ersten Elfmeter vergab, sondern auch durch Ballverlust das 0:2 einleitete. Spieler des Spiels sei aber nicht Doppel-Strafstoßschütze Ramy Bensebaini, sondern HSV-Keeper Heuer Fernandes. Karim Adeyemi habe nach seiner Nichtnominierung für den DFB keine Argumente für sich liefern können. Nach 45 Minuten ausgewechselt, stand seine Bilanz bei acht Ballkontakten und einem Frustfoul.

