Nach dem Kehl-Knall beim BVB: Matthäus mit klarem Urteil

Borussia Dortmund sorgt mit dem Aus von Sebastian Kehl für Aufsehen. Lothar Matthäus sieht darin nicht nur einen Verlust für den BVB, sondern auch eine große Chance für alle Beteiligten.

Die Trennung von Sebastian Kehl hat bei Borussia Dortmund für Unruhe gesorgt. Nach insgesamt 24 Jahren im Verein – als Spieler, Funktionär und zuletzt Sportdirektor – ist für den 46-Jährigen überraschend Schluss. Direkt im Anschluss präsentierte der BVB mit Ole Book bereits einen Nachfolger. Für Lothar Matthäus ist dieser Umbruch jedoch nicht nur ein Einschnitt, sondern auch eine Chance.

In seiner Sky-Kolumne ordnete der Rekordnationalspieler die Entwicklung rund um Kehl kritisch ein und verwies darauf, dass dessen Einfluss bereits zuvor geschwächt worden sei: „Als vor zwei Jahren Lars Ricken auf Wunsch von Aki Watzke positioniert wurde, war dies die erste schallende Ohrfeige für Kehl.“ Mit der jüngsten Entscheidung sei nun endgültig Klarheit geschaffen worden, wer die sportlichen Entscheidungen trifft.

Den Abschied Kehls bewertet Matthäus dennoch differenziert. Er spricht von einem „Verlust, andererseits als Chance für beide Seiten, auf Entdeckungsreise zu gehen“. Während Dortmund sich neu aufstellen kann, eröffnen sich für den ehemaligen Sportdirektor selbst neue Perspektiven.

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Auch die Verpflichtung von Ole Book sieht Matthäus positiv. Der 40-Jährige habe sich in Elversberg einen Namen gemacht und überzeugende Arbeit geleistet. „Kehls Nachfolger Ole Book hat in Elversberg in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet“, betonte Matthäus und verwies auf die stabile sportliche Entwicklung des Klubs trotz personeller Umbrüche.

Sebastian Kehl
Foto: IMAGO

Während Dortmund also einen personellen Neustart wagt, könnte auch Kehl zeitnah eine neue Aufgabe finden. Besonders der Hamburger SV wird immer wieder als möglicher Arbeitgeber genannt. Matthäus hält ein Engagement im Norden für sinnvoll: „Ich denke, dass es beiden gut tut, neue Wege zu gehen.“

Dabei traut er Kehl auch eine größere Rolle zu, etwa als Sportchef: „Da gibt es die Möglichkeit, als Sportchef zu arbeiten, das, was Lars Ricken bei Borussia Dortmund macht.“ Für Matthäus steht ohnehin fest, dass der langjährige BVB-Profi ein Gewinn für jeden Klub wäre: „Ich bin überzeugt: Wer Sebastian Kehl bekommt, macht einen sehr guten Transfer.“

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