Borussia Dortmund und Sebastian Kehl gehen getrennte Wege – doch die Entscheidung kam offenbar nicht aus dem Nichts. Ein Medienbericht offenbart neue Details eines internen „Klima des Misstrauens“ und monatelange Spannungen in der Führungsetage.
Das Aus von Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund kam für viele überraschend – doch laut einem Bericht der BILD deutete sich die Trennung intern schon seit längerer Zeit an. Demnach herrschte in der Führungsetage der Schwarz-Gelben zuletzt ein angespanntes Klima.
Im Mittelpunkt der Spannungen stand vor allem das Verhältnis zwischen Kehl und Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. Wie die BILD berichtet, entwickelte sich zwischen beiden ein „Klima des Misstrauens“, das sich auch in der täglichen Arbeit bemerkbar machte. So soll es an Abstimmung gefehlt haben – teilweise wussten beide Seiten bei Verhandlungen nicht einmal voneinander.
Auch inhaltlich geriet Kehl zunehmend in die Kritik. Intern wurde ihm laut dem Bericht vorgeworfen, auf dem Transfermarkt zu wenig kreative Lösungen zu finden und stattdessen vor allem die steigenden Preise zu thematisieren. Einzelne Transfers, darunter die kostspielige Verpflichtung von Carney Chukwuemeka, wurden ihm angelastet – obwohl diese Entscheidungen offenbar auch von Trainer Niko Kovac mitgetragen wurden.
Machtkampf beim BVB: Kehl und Ricken ringen um Anerkennung
Für zusätzliche Brisanz sorgte demnach ein Konkurrenzkampf zwischen Kehl und Ricken. Selbst bei erfolgreichen Deals soll es weniger um den gemeinsamen Erfolg gegangen sein als um persönliche Anerkennung. So hätten beide Seiten für sich reklamiert, maßgeblich am millionenschweren Verkauf von Jamie Gittens beteiligt gewesen zu sein.

Geschäftsführer Carsten Cramer versuchte laut dem Bericht über Monate hinweg zu vermitteln – jedoch ohne nachhaltigen Erfolg. Stattdessen verschärfte sich die Situation weiter, auch durch Kehls öffentliches Auftreten. Dass er wiederholt mit Wechselgerüchten, etwa zum VfL Wolfsburg oder Hamburger SV, kokettierte, kam in der Vereinsführung offenbar nicht gut an.
Die Konsequenz: Laut BILD wurde die Trennung bereits seit Längerem vorbereitet. Die schnelle Präsentation von Nachfolger Ole Book nur einen Tag nach dem Aus unterstreicht, wie konkret die Planungen bereits waren. Auch Klubpräsident Hans-Joachim Watzke soll frühzeitig informiert gewesen sein, ohne einzugreifen. Am Ende war die Trennung offenbar weniger eine spontane Entscheidung als vielmehr das Ergebnis eines monatelang schwelenden Konflikts innerhalb der Dortmunder Führung.

