Matthias Ginter erstmals offen über die Hintergründe. zu seinem BVB-Abschied. Ein verweigertes Gespräch mit Trainer Peter Bosz spielte dabei eine entscheidende Rolle.
Matthias Ginter hat einen überraschend offenen Einblick in die Hintergründe seines Abschieds von Borussia Dortmund im Jahr 2017 gegeben. Im Podcast Schwarzgelbe Runde schilderte der Innenverteidiger, wie ein verweigertes Gespräch mit dem damaligen Trainer Peter Bosz letztlich den Ausschlag für seinen Wechsel gab.
Der Weltmeister von 2014 wollte sich frühzeitig Klarheit über seine sportliche Perspektive verschaffen – auch mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft 2018. „Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft wollte ich wissen, ob ich eine Chance habe auf einen Stammplatz“, erklärte Ginter. Deshalb bat er den damaligen Sportdirektor Michael Zorc um den Kontakt zu Bosz. Die Antwort fiel jedoch ernüchternd aus: „Matze, es tut mir leid, aber er will kein Gespräch mit dir.“
Für Ginter war diese Reaktion ein deutliches Signal. Trotz seiner Rolle als regelmäßiger Bestandteil der Startelf in den Jahren zuvor fühlte er sich aussortiert. „Ich war zwei Jahre mehr oder weniger Stammspieler in Dortmund“, betonte der Defensivspieler rückblickend. Dass ihm dennoch keine Perspektive aufgezeigt wurde, habe er nur schwer nachvollziehen können.
BVB-Anschlag 2017: Ginter dachte an Karriereende
Der Hintergrund: Mit Dan-Axel Zagadou und Ömer Toprak verpflichtete der BVB im Sommer 2017 neue Konkurrenz für die Innenverteidigung. Gleichzeitig übernahm Bosz das Traineramt nach der Trennung von Thomas Tuchel – eine Veränderung, die für Ginter entscheidend werden sollte.

Da ein persönlicher Austausch ausblieb, zog der damalige Nationalspieler Konsequenzen und wechselte noch im selben Sommer zu Borussia Mönchengladbach. Ein Schritt, der auch mit Blick auf seine DFB-Karriere sinnvoll erschien: Ginter gehörte 2018 tatsächlich zum deutschen WM-Kader in Russland.
Trotz des abrupten Endes blickt der heute 32-Jährige nicht verbittert auf seine Zeit in Dortmund zurück. Vielmehr beschreibt er den Abschnitt insgesamt als stimmig – auch dank des DFB-Pokalsiegs 2017. Allerdings gab es auch belastende Momente: Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus im April desselben Jahres habe er sogar über ein Karriereende nachgedacht.
Heute ist Ginter zurück bei seinem Heimatverein SC Freiburg und zählt dort weiterhin zu den Leistungsträgern. Sein Abschied aus Dortmund mag ungewöhnlich verlaufen sein – sportlich schadete er ihm letztlich nicht.

