Der 27. Januar ist der jährliche Holocaust-Gedenktag, weil an diesem Datum im Jahr 1945 das Vernichtungslager Auschwitz befreit wurde. Weltweit finden Aktionen statt, die an die Millionen unschuldiger Opfer dieses Menschheitsverbrechens der Nationalsozialisten erinnern. Auch der BVB beteiligt sich wieder mit einer eigenen Veranstaltung, zu der er für den 22. Januar in sein Vereinsmuseum, das Borusseum, lädt.
Der Vortrag, der an jenem Abend ab 19.09 Uhr im Borusseum zu hören sein wird, firmiert unter dem Leitspruch vom „Tag gegen das Vergessen“, wie der Holocaust-Gedenktag auch genannt wird. Dr. Andreas Kahrs ist Historiker, der sich der Forschung zu den Transitghettos jener Zeit in Polen verschrieben hat, in welche die dem Tod Geweihten oft vor dem letzten Weg in ihre Vernichtung gepfercht wurden.
Fast 2.000 namentlich bekannte Opfer des Holocausts wurden aus Dortmund deportiert, viele davon in jene Transitghettos. Der Vortrag in den Räumen von Borussia Dortmund wird sich mit einer konkreten Phase der Deportationen aus Dortmund widmen, jener Ende April 1942. Damals wurden der Fußballplatz und die Sporthalle von Eintracht Dortmund zur Sammelstelle von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, die in den Tod geschickt wurden.

Details zu den aus Dortmund Deportierten
791 Menschen transportierte damals ein Zug, der vom Dortmunder Südbahnhof aus ins polnische Zamosc fuhr, in dem sich eines jener Transitghettos befand, von denen aus es nur nach Sobibor oder Belzec weiterging, zwei der Vernichtungslager der deutschen Besatzer in Polen. Keiner der 791 Dortmunderinnen und Dortmunder überlebte diese Deportation.
Insgesamt wurden in jenem Frühjahr 23.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus dem Deutschen Reich nach Osten deportiert und vernichtet. Dr. Kahrs wird am 22. Januar aus den Biografien einiger Dortmunder Ermordeten berichten, veranschaulicht anhand von Dokumenten, Fotos und Briefen sowie soweit möglich Berichten von den letzten Spuren in Polen der Opfer.
Der BVB lebt mit dieser Veranstaltung erneut seine unmissverständliche Haltung zu Diskriminierung und Ausgrenzung. Allerdings ist der Vortrag bereits ausgebucht, eine Teilnahme im Publikum ist somit nicht mehr möglich.

