„Konnte es nicht erklären“: BVB hadert mit Roter Karte gegen Schlotterbeck

Borussia Dortmund erlebt beim Champions-League-Aus in Bergamo ein dramatisches Ende mit einer rätselhaften Roten Karte gegen Nico Schlotterbeck. Der Verteidiger meldet sich danach selbst zu Wort – und versteht die Entscheidung nicht.

Das Champions-League-Aus von Borussia Dortmund in Bergamo hatte reichlich Dramatik zu bieten – sportlich wie emotional. Beim 1:4 im Rückspiel gegen Atalanta verspielte der BVB nicht nur den 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel, sondern kassierte in der hitzigen Schlussphase auch einen Platzverweis gegen Nico Schlotterbeck. Und der Verteidiger selbst weiß nicht genau, warum.

In der tiefen Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse: Nach einem folgenschweren Fehlpass von Gregor Kobel traf Ramy Bensebaini seinen Gegenspieler im Strafraum mit dem Fuß im Gesicht, es gab Elfmeter und Gelb-Rot. Während Lamar Samardzic vom Punkt verwandelte, kochten die Emotionen an der Seitenlinie hoch. Schiedsrichter Jose Maria Sanchez Martinez suchte die Review-Area auf – und zeigte plötzlich Rot in Richtung der Dortmunder Bank.

Getroffen hat es Schlotterbeck, der in Italien gar nicht zum Einsatz gekommen war. Warum? Genau das sorgt für Verwunderung. Der 26-Jährige meldete sich noch am Abend via Instagram zu Wort. „Zuerst einmal sind wir als Mannschaft – und ich persönlich – extrem niedergeschlagen“, schrieb der Innenverteidiger.

Auch BVB-Trainer Niko Kovac zeigt Unverständnis für Rote Karte

Anschließend schilderte er seine Sicht der Dinge. Nachdem mehrere Atalanta-Spieler lautstark reklamiert hätten, sei er ebenfalls aufgestanden. „Ich habe gesagt, sie sollen sich wieder hinsetzen. Das war alles. Ohne Beleidigungen, ohne Respektlosigkeiten oder sonst irgendwas.“

Nico Schlotterbeck
Foto: IMAGO

Eine Erklärung für die Rote Karte habe er bis heute nicht erhalten. „Warum ich dafür die Rote Karte gesehen habe, konnte mir der Schiedsrichter selbst nach dem Spiel nicht erklären. Das wollte ich einfach zur Klarstellung sagen“, so Schlotterbeck weiter. Auch Trainer Niko Kovac zeigte auf der Pressekonferenz wenig Verständnis für die Entscheidung. „Also für mich war das gar nichts (…) Da war überhaupt keine Schlägerei, gar nichts.“

Als möglicher Auslöser komme höchstens infrage, dass Schlotterbeck die Coaching-Zone verlassen habe – sicher sei das jedoch nicht. Der Abend von Bergamo wird dem BVB gleich doppelt in Erinnerung bleiben: wegen des verpassten Achtelfinals – und wegen eines Platzverweises, den bis jetzt niemand so richtig erklären kann.

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