Nicht nur die deutsche Nationalmannschaft, sondern auch Borussia Dortmund blicken gleichermaßen entspannt wie sorgenvoll auf die MRT-Untersuchung, die am heutigen Sonntag Klarheit darüber bringen soll, wie schlimm es Nico Schlotterbeck im zweiten WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:1) erwischt hat.
Beim Dortmunder Innenverteidiger besteht der Verdacht auf eine Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk, deren Ausmaß noch nicht ganz klar ist, aber nicht nur Auswirkungen auf die Pläne von Bundestrainer Julian Nagelsmann haben könnte. Denn sollte Schlotterbeck längere Zeit ausfallen, was derzeit zumindest nicht ausgeschlossen werden kann, wäre wohl nicht nur die Weltmeisterschaft für den 26-Jährigen beendet, sondern auch ein bislang nach wie vor im Raum stehender Sommerwechsel würde sicherlich nicht wahrscheinlicher.
Bis Mitte Juli kann Schlotterbeck von einer bei seiner Vertragsverlängerung im April vereinbarten Ausstiegsklausel Gebrauch machen, die es ausgewählten Vereinen ermöglichen würde, den Nationalspieler für eine festgeschriebene Ablösesumme von 50 bis 60 Millionen Euro zu verpflichten. Zuletzt wurde vor allem über ein Interesse von Real Madrid spekuliert, doch die Königlichen dürften nun auch erst einmal abwarten.
Ausstiegsklausel bei 80 Millionen Euro
Obwohl mit Joane Gadou (Red Bull Salzburg) bereits ein hochveranlagter Innenverteidiger hinzugeholt wurde, würde der BVB im Falle eines kurzfristigen Schlotterbeck-Abgangs im Abwehrzentrum vermutlich noch einmal reagieren.

Ein Kandidat soll laut einem Bericht von Sport 1 Tomás Araújo sein, der beim 1:1 im ersten WM-Spiel Portugals gegen die Demokratische Republik Kongo 90 Minuten auf dem Feld stand und dabei von BVB-Scouts beobachtet worden sein soll.
Für den 24-Jährigen war es erst das sechste Länderspiel, doch mit seinen Leistungen hat sich Araújo ins Team gespielt und wurde in der jüngeren Vergangenheit lose auch schon mit Real Madrid sowie dem FC Bayern München in Verbindung gebracht.
Günstig wäre Araújo allerdings nicht. Der bis 2029 gültige Vertrag des 1,87 Meter großen Abwehrspielers bei Benfica Lissabon enthält eine Ausstiegsklausel in Höhe von 80 Millionen Euro und selbst wenn sich die Portugiesen auf Verhandlungen einlassen sollten, gilt eine Ablöse von weniger als 30 Millionen Euro als unrealistisch.
