Ein großer Fehlschuss gegen die Niederlande hätte den Auftritt von Karim Adeyemi überschatten können. Doch Jürgen Klopp legt nach seinem Debüt als Bundestrainer den Fokus auf etwas anderes.
Er war nicht gerade enttäuscht von Adeyemi, wohlwissend, dass der Stürmer seine Großchance auf Vorlage von Nathaniel Brown durchaus hätte nutzen können.
Beim 1:1 in Amsterdam stand Adeyemi in der Startelf und wurde in der 80. Minute für Serge Gnabry ausgewechselt. Trotz der vergebenen Großchance zog Klopp auf Nachfrage vor dem Griechenland-Spiel ein positives Fazit über den Offensivspieler und ließ keinen Zweifel daran, dass er in ihm eine wertvolle Option für die Nationalmannschaft sieht.
„Karim bietet ganz, ganz viel an, was ich super gerne bei uns im Spiel einbauen würde“, sagte Klopp und ergänzte: „Kann er besser spielen als Teil des Teams, das 1:1 gespielt hat? Na klar. Aber er hätte auch viel schlechter spielen können.“ Besonders das Tempo hebt der Bundestrainer hervor: Der frühere Dortmunder zählt zu den schnellsten Spielern des Landes.
Fehlschuss überstrahlt nicht Klopps Grundurteil
Nach der vergebenen Chance sei Adeyemi in einigen Szenen noch beeinflusst gewesen, so Klopp. Genau an diesem Punkt setzt der Bundestrainer an – nicht mit Kritik, sondern mit einer Entwicklungsaufgabe.
„Diese Chance macht er normalerweise rein, auch wenn der Ball springt und scharf gespielt wird. Aber er haut ihn drüber“, schilderte Klopp seine Eindrücke. Den Umgang mit solchen Momenten ordnete er als zentrale Aufgabe ein: „Das ist die große Herausforderung im Fußballerleben. Und wir arbeiten daran, dass er dann im Spiel bleibt.“ Über den Profi, der inzwischen beim FC Barcelona spielt, sagte er zudem: „Ein wundervoller Kerl und ein sehr angenehmer Zeitgenosse.“

Adeyemi war nicht der einzige Spieler mit BVB-Bezug beim Klopp-Auftakt. Auch Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha standen in der Startelf: Schlotterbeck überzeugte über 90 Minuten mit Präsenz bei hohen Bällen und im Aufbau, Nmecha brachte Deutschland in der 32. Minute in Führung, ehe er in der 64. Minute für Anton Stach das Feld verließ. Cody Gakpo glich in der Schlussphase aus.
Für Klopp geht es bei Adeyemi weniger um die einzelne Szene als um die Einbindung ins Kollektiv. Als Beispiel nannte er einen Moment aus dem Spiel, in dem Younes Ebnoutalib den Ball trotz des nahen Micky van de Ven in Adeyemis Lauf spielte. „Wir müssen noch lernen, die Top-Qualität des jeweiligen Spielers einzusetzen, vor allem, wenn sie noch nicht so oft zusammengespielt haben“, sagte Klopp.
