Zu wenig Spielzeit beim eigenen Klub als Hauptgrund für den Verzicht bei der Nationalmannschaft? Genau das deutet eine aktuelle Aussage von Italiens Nationaltrainer an.
Italien-Trainer Roberto Mancini hat erklärt, weshalb er bislang auf Samuele Inacio verzichtet hat. Gegenüber „Sky Sport“ auf der Pressekonferenz machte der Nationaltrainer deutlich, dass neben dem jungen Alter des Offensivspielers vor allem ein Faktor den Ausschlag gibt: die fehlende Spielpraxis bei Borussia Dortmund. Wörtlich stellte Roberto Mancini klar: „Er hat bisher sehr wenige Spiele bestritten.“ Genau diese Aussage lässt aufhorchen, denn sie rückt die Einsatzzeiten beim BVB unmittelbar in den Mittelpunkt der Erklärung.
Zwar betonte Roberto Mancini zusätzlich auch das junge Alter des erst 18-Jährigen: „Er ist jung, er muss sich weiterentwickeln.“ Damit meinte der Nationaltrainer, dass Samuele Inacio zunächst mehr Zeit im Training mit dem italienischen Team benötige, um sich an das Niveau der A-Nationalmannschaft zu gewöhnen. Im Kern bleibt aber die mangelnde Spielzeit bei seinem Verein der entscheidende Punkt. Trotzdem ließ Roberto Mancini erkennen, dass er von den Fähigkeiten des Youngsters überzeugt ist, und versicherte: „Aber man muss ihm Zeit lassen.“
Ein Blick auf die vergangenen Wochen bei Borussia Dortmund bestätigt genau dieses Bild. Nach seinem Einsatz im Supercup gegen den FC Bayern München sah Samuele Inacio gegen den HSV eine Blitz-Rote-Karte und musste deshalb zwei Bundesliga-Partien aussetzen. Zwar überzeugte er im DFB-Pokal gegen den HEBC mit einem Doppelpack, doch sowohl in der Champions League als auch im ersten Spiel nach Ablauf seiner Sperre beließ es Trainer Niko Kovač bei einem Platz auf der Ersatzbank. Genau diese spärliche Einsatzzeit scheint nun also auch bei der Kaderplanung der italienischen Nationalmannschaft durchzuschlagen.
BVB-Talent Samuele Inacio fehlt Italien
Für Samuele Inacio bedeutet das: Bereits zum dritten Mal in Folge fehlt er im Kader der Squadra Azzurra. Schon gegen Belgien und die Türkei blieb er außen vor, und auch gegen den Weltmeister von 2018 bestätigte sich dieses Muster erneut. Besonders bitter ist diese Entwicklung für den Offensivspieler, weil er sich in dieser Länderspielpause eigentlich endgültig an Italien binden wollte. Aufgrund seiner doppelten Staatsbürgerschaft könnte er theoretisch noch für Brasilien auflaufen, solange er kein Pflichtspiel für die Squadra Azzurra bestritten hat. Bislang steht für ihn nur ein Freundschaftsspiel zu Buche. Seine letzte Gelegenheit in dieser Länderspielpause bietet sich ihm am kommenden Montag, den 5. Oktober, gegen die Türkei.

Die Erklärung von Roberto Mancini liefert Samuele Inacio damit zumindest eine klare Ansage: Mehr Spielzeit bei Borussia Dortmund dürfte der entscheidende Hebel sein, um sich künftig auch bei der Nationalmannschaft durchzusetzen. Bis dahin bleibt dem Youngster nichts anderes übrig, als geduldig auf seine Chance zu warten – und zwar sowohl beim BVB als auch im Trikot Italiens.
