Der Weg zurück auf den Platz wird für einen BVB-Star noch länger: Neben der ursprünglichen Knieverletzung musste sich der Abwehrspieler offenbar einem weiteren Eingriff unterziehen.
BVB-Kapitän Emre Can musste erneut operiert werden. Das berichtet der „Kicker„. Ende Februar hatte sich der Routinier im Heimspiel gegen den FC Bayern das hintere Kreuzband gerissen. Seitdem arbeitet der 32-Jährige fast täglich an seinem Comeback. Für Emre Can selbst und für Borussia Dortmund war die Verletzung ein bitterer Schlag. Erst nach schwierigen Jahren in Dortmund und einem langen Ausfall über den Sommer 2025 hinweg hatte sich der Innenverteidiger unter Trainer Niko Kovač wieder als Stammspieler und Leistungsträger etabliert.
Genau dorthin zurückzukehren, ist nun das erklärte Ziel. Aus dem Umfeld des 32-Jährigen heißt es, er fühle sich gut, sei frohen Mutes und liege bei seiner Reha absolut im Zeitplan. Trotzdem lässt sich aktuell nicht absehen, wann Emre Can tatsächlich ins Mannschaftstraining und anschließend wieder auf den Bundesliga-Rasen zurückkehren kann. Ob er noch in diesem Kalenderjahr wieder einsatzbereit ist oder erst nach der kurzen Winterpause, bleibt derzeit völlig offen.
Zuletzt äußerte sich der Kapitän im Mai bei der Vorstellung des neuen BVB-Heimtrikots öffentlich zu seinem Zustand. Besser, aber noch nicht gut, lautete damals seine Einschätzung: „Ich kann mittlerweile ohne Krücken gehen und das Knie belasten.“ Der komplette Weg zurück sei aber noch lang, machte Emre Can damals deutlich. Seitdem hat er nach eigenen Angaben ein weiteres Stück dieses Weges zurückgelegt, das eigentliche Ziel bleibt für ihn aber weiterhin außer Sichtweite.
Immerhin hatte die lange Ausfallzeit auch eine positive Seite. Nach Informationen des „Kicker“ nutzten die Verantwortlichen die Pause für einen weiteren Eingriff, der langwierige Probleme im Adduktorenbereich beheben sollte. Auch diese Operation verlief erfolgreich und galt als notwendig – auf diese Weise verpasste Emre Can wegen einer sonst drohenden weiteren längeren Pause am Ende nicht noch mehr Spiele.
BVB-Star Nico Schlotterbeck hat große Hoffnungen bei Emre Can
Unterstützung während der schwierigen Reha-Zeit bekam der Kapitän dabei auch von einem prominenten Mitspieler. Nico Schlotterbeck, der zeitgleich an seiner eigenen Genesung arbeitete, begleitete Emre Can durch diese Phase und sprach im Interview auf dem YouTube-Kanal des BVB offen über die gemeinsame Zeit. Über diese besondere Erfahrung sagte Nico Schlotterbeck: „Es ist ein gemischtes Gefühl.“ Einerseits habe ihn die gemeinsame Zeit mit dem Kapitän persönlich gestärkt: „Einerseits war ich enorm froh, dass er während meiner Reha bei mir war.“ Auch menschlich hinterließ Emre Can bei seinem Mitspieler einen bleibenden Eindruck: „Viele kennen Emre nur aus dem Fernsehen, aber er ist ein sehr feiner, höflicher Mensch.“
Gleichzeitig verschwieg Nico Schlotterbeck nicht, wie belastend die Doppel-Reha für beide Spieler tatsächlich war: „Andererseits wäre es natürlich besser gewesen, wenn wir beide nicht in der Reha.“ Für die Zukunft machte er seinem Kapitän aber ausdrücklich Mut. Zwar liege vor Emre Can noch ein längerer Weg als vor ihm selbst, so Nico Schlotterbeck, Umso überzeugter zeigte er sich von der sportlichen Qualität seines Mitspielers nach dessen Rückkehr: „Aber wenn er zurückkommt, werden wir den besten Emre seit Langem sehen.“
Über die sportliche Situation hinaus steht für Emre Can bei seinem Comeback inzwischen aber auch deutlich mehr auf dem Spiel. Sein Vertrag bei Borussia Dortmund läuft im Juni 2027 aus, wodurch er nach der laufenden Saison theoretisch ablösefrei wechseln könnte. Damit rückt neben der sportlichen Frage auch seine langfristige Zukunft in Dortmund zunehmend in den Fokus.

Hinzu kommt: Schon vor seiner schweren Verletzung zählte Emre Can nicht mehr zu den unumstrittenen Stammspielern der Dortmunder Abwehr. Aktuell stehen mit Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton, Ramy Bensebaini, Filippo Mane, Luca Reggiani und Joane Gadou gleich sechs Abwehrspieler vor ihm in der internen Rangordnung. Selbst wenn davon in der kommenden Saison voraussichtlich mindestens vier Spieler weiterhin beim BVB stehen sollten, bleibt dem Kapitän eine feste Stammplatzgarantie verwehrt – auch nach einem erfolgreichen Comeback und trotz seiner Rolle als Mannschaftsführer.
Für Emre Can bedeutet das: Neben der ohnehin schon langen sportlichen Leidenszeit mit zwei Operationen innerhalb weniger Monate muss sich der Kapitän nach seiner Rückkehr voraussichtlich auch sportlich wieder von Grund auf beweisen. Nico Schlotterbeck jedenfalls würde sich freuen, seinen Mitspieler schon bald wieder auf dem Trainingsplatz und im Wettkampf erleben zu dürfen.
