Mit dem Heimspiel gegen Werder Bremen beginnt für den BVB ein vollgepackter Monat. Innerhalb der nächsten vier Wochen stehen für die Schwarz-Gelben neun Spiele auf dem Program. Der Höhepunkt wird dabei mit Sicherheit der Klassiker gegen den FC Bayern München am 31. Oktober sein. Damit der BVB den Horror-Herbst als Tabellenführer übersteht braucht es vor allem eins: Mut. Ein Kommentar.
Mit vier Siegen aus vier Spielen in der Bundesliga ist der BVB nicht nur mit mächtig Rückenwind, sondern auch als Tabellenführer in die Länderspielpause gegangen. Nun stehen die berühmten Wochen der Wahrheit auf dem Programm: Fünfmal Bundesliga, dreimal Champions League, einmal DFB-Pokal und das Spiel gegen den FC Bayern am 31. Oktober. Das bedeutet: Schon Ende des Monats könnte für den BVB die Saison im schlimmsten Fall gelaufen sein. Damit das nicht passiert bedarf es auch einige mutige Entscheidungen von Trainer Niko Kovac im Hinblick auf die Top-Talente des Klubs.
Mit Konstantinos Karetsas und Ethan Nwaneri hat der BVB seine vermeintliche Stammbesetzung im offensiven Mittelfeld gefunden. Doch eins ist schon jetzt klar: Das Duo wird nicht jedes der neun Spiele über die gesamte Dauer bestreiten können. Doch wie sehen die Alternativen aus? Als erster Spieler dürfte vielen Fabio Silva in den Sinn kommen. Der Portugiese überzeugte zuletzt mit starken Leistungen nach Einwechslung und sollte immer eine Option für die Startelf oder als erster Einwechselspieler sein. Dahinter wird es spannender.
Vor der Saison hat Niko Kovac von den BVB-Bossen einen klaren Auftrag bekommen: Es soll mehr ansehnlicher Fußball gespielt und die Fans begeistert werden. Das klappt nicht, wenn man immer wieder auf Spieler wie Marcel Sabitzer setzt und sie positionsfremd spielen lässt. Carney Chukwuemeka ist auch in dieser Spielzeit noch nicht so weit fit als das er eine zuverlässige Option bildet. Mit Samuele Inacio und Mathis Albert hat der Trainer allerdings zwei Top-Talente auf welche er bauen kann und dies in den kommenden Spielen auch öfter tun sollte.
BVB-Talente Samuele Inacio und Mathis Albert im Fokus
Samuele Inacio feierte schon in der vergangenen Saison seinen Durchbruch beim BVB. Nach einem überzeugenden Start in der U19 wurde er zum Winter in die U23 befördert. Wenige Wochen später gab er dann sein Debüt für die Profis von Borussia Dortmund und war am Ende der Saison ein fester Bestandteil der Startelf der Schwarz-Gelben. Auch in dieser Spielzeit zeigte er schon welche Qualitäten in ihm stecken. Bereits in der Vorbereitung zählte der junge Italiener zu den auffälligsten Akteuren. Im DFB-Pokalspiel gegen den HEBC glänzte der junge Angreifer dann mit einem Doppelpack. Weitere Einsätze blieben ihm bislang verwehrt, das sollte sich nun ändern.
Der zweite Youngstar hatte bislang etwas weniger Einsatzzeiten erhalten, ist allerdings nicht minder talentiert: Mathis Albert. Der US-Amerikaner feierte ebenfalls in der vergangenen Saison sein Debüt für die Profis des BVB. Seinen zweiten Einsatz hatte er dann in der ersten Runde im DFB-Pokal gegen den HEBC zu verbuchen. Dort zeigte der Offensivspieler eine engagierte und auffällig gute Leistung. Trainer Niko Kovac erklärte im Anschluss an die Partie im Norden, dass Mathis Albert und Samuele Inacio eine Bewerbung für mehr Spielzeit abgegeben hätten. Doch auch der 17-Jährige durfte seitdem nicht mehr auf dem Feld ran. Welches große Potenzial im Offensivspieler steckt zeigte er zuletzt auch bei der Nationalmannschaft der USA. Nachdem er erstmal von Mauricio Pochettino berufen wurde, spielte der 17-Jährige in allen vier Freundschaftsspielen. Nachdem er bei seinem Debüt einen Elfmeter rausgeholt hatte, traf er in seinem zweiten Spiel selbst und wurde kurzzeitig zum jüngsten Torschützen der Geschichte der USA. Mathis Albert kommt also mit mächtig Rückenwind aus der Länderspielpause – das sollte Niko Kovac nutzen.

Mit Samuele Inacio und Mathis Albert hat Borussia Dortmund zwei junge und hungrige Spieler in ihren eigenen Reihen, welche in den kommenden Spielen definitiv auf ihre Einsätze kommen müssen. Nicht immer von Beginn an, nicht immer schon in der Halbzeit als Einwechselspieler. Aber gerade in den Partien wie gegen Union Berlin in der Bundesliga, in der Champions League gegen Sabah oder auch gegen Werder Bremen könnten die beiden Rohdiamanten mit ihrem Spielwitz, ihrer Technik und ihren Fähigkeiten am Ball etwas bewegen und dazu den übrigen Mannschaftskollegen zu wichtigen pausen im Sinne der Belastungssteuerung verhelfen.
Zwei jungen Spielern ohne große Bundesliga-Erfahrung in diesem Horror-Herbst eine Chance zu geben erfordert Mut. Doch ein Angsthase hat bislang selten einen Titel gewonnen. Und wer weiß: Vielleicht lernen die jungen Top-Talente von Borussia Dortmund pünktlich zu Halloween das Fürchten …
