Ein Treffen in Dortmund könnte der entscheidende Baustein für einen Winter-Transfer sein, den der BVB schon seit Monaten verfolgt.
In Dortmund soll es ein Treffen zwischen den Verantwortlichen des BVB und dem Management von Marcel Regula gegeben haben. Das berichtet der polnische Sportjournalist Tomasz Włodarczyk. Nach seinen Informationen wurden die zuvor ins Stocken geratenen Gespräche bei diesem Termin wieder aufgenommen. Einen Wechsel des Offensivspielers zu den Schwarz-Gelben im kommenden Winter-Transferfenster hält Tomasz Włodarczyk inzwischen für sehr wahrscheinlich.
Teurer als ursprünglich kalkuliert dürfte das Geschäft für den BVB allerdings werden. Zwei Faktoren treiben den Preis in die Höhe: zum einen das mittlerweile erfolgte Länderspiel-Debüt von Marcel Regula, zum anderen ein neuer Vorstand bei seinem aktuellen Klub Zagłębie Lubin. Statt der im Sommer kolportierten fünf Millionen Euro rechnet der Journalist nun mit einer Ablösesumme zwischen sieben und acht Millionen Euro.
Wie weit die Gespräche zwischen beiden Seiten tatsächlich fortgeschritten sind, wollte Sportdirektor Ole Book öffentlich zwar nicht konkret bestätigen. Gegenüber „Sky“ hielt er sich bei einzelnen Spielernamen anderer Vereine demonstrativ zurück: „Wir halten es so wie wir es auch im Sommer gemacht haben.“ Dass der BVB den Markt dennoch aufmerksam beobachtet, ließ er aber durchblicken: „Dass man da hin und wieder auch mal ein Gespräch führt und Kontakte hält.“ Eine Festlegung auf eine bestimmte Personalie vermied Ole Book dabei bewusst: „Aber nicht auf einen einzelnen Spieler bezogen, sondern ganz allgemein.“ Im Licht des nun bekannt gewordenen Treffens erscheinen diese zurückhaltenden Worte in einem neuen Kontext – offenbar läuft im Hintergrund längst mehr, als öffentlich zugegeben wird.
Dass der BVB keineswegs erst seit Kurzem an Marcel Regula interessiert ist, zeigte sich bereits beim Deadline-Day der vergangenen Sommertransferperiode. Als sich Giannis Konstantelias nur rund 72 Stunden vor Schließung des Transferfensters schwer verletzte, musste Dortmund seine komplette Kaderplanung über den Haufen werfen. Während unklar blieb, ob der FC Arsenal einer Leihe von Ethan Nwaneri zustimmen würde, hielten die Verantwortlichen parallel Kontakt zu Marcel Regula – ein eigens nach Polen geschicktes Flugzeug sollte ihn im Ernstfall schnellstmöglich nach Dortmund bringen. Erst in letzter Minute entschied sich der Klub aus finanziellen Gründen gegen den Polen und für die Leihe des Engländers.
Sportlich liefert die aktuelle Kadersituation gute Gründe, warum das Thema nun im Winter wieder Fahrt aufnimmt. Seit dem bislang nicht kompensierten Abgang von Yan Couto ist der BVB auf den Außenbahnen eher dünn besetzt, zusätzliche Dringlichkeit erhielt die Lage durch die angeschlagene Auswechslung von Julian Ryerson im Nationalmannschafts-Duell gegen Portugal. Marcel Regula, der eigentlich als zentraler offensiver Mittelfeldspieler zu Hause ist, aber auch auf beiden Flügeln sowie als zweite Spitze auflaufen kann, würde genau in dieses Anforderungsprofil passen.
BVB-Transfer von Marcel Regula nur bei eigenem Abgang
Eine zweite, bislang weniger beachtete Komponente könnte die Personalie nun zusätzlich beschleunigen: Borussia Dortmund soll Marcel Regula laut „Ruhr Nachrichten“ nur dann verpflichten, wenn zuvor Luca Reggiani den Verein verlässt. Der Grund liegt in der zunehmend verschärften Konkurrenzsituation in der eigenen Innenverteidigung. Mit dem Wechsel von Joane Gadou hat sich der Wettbewerb um einen Platz in der Dreierkette für den jungen Italiener weiter zugespitzt, intern wird inzwischen sogar Filippo Mane vor ihm geführt. Dass Luca Reggiani im vergangenen Sommer ein konkretes Angebot aus England – vom FC Southampton – ausgeschlagen hatte, könnte sich dabei rückblickend als folgenreiche Entscheidung erweisen. Ein Winterwechsel des Innenverteidigers gilt beim BVB inzwischen als direkte Voraussetzung dafür, den nächsten Schritt in Richtung Marcel Regula zu gehen – auch um sich finanziellen Spielraum für die Verpflichtung zu verschaffen.

Auch international untermauerte Marcel Regula zuletzt seinen gestiegenen Marktwert. Am 2. Oktober gab er beim 6:0-Erfolg Polens gegen Rumänien sein Debüt für die A-Nationalmannschaft, als er in der 71. Minute für Sebastian Szymański eingewechselt wurde. Genau dieser Auftritt dürfte auch das Interesse weiterer europäischer Klubs an dem Youngster in den kommenden Wochen eher verstärken als abschwächen – ein zusätzlicher Grund für den BVB, die Verhandlungen nun zügig voranzutreiben.
Unter dem Strich zeichnet sich damit ein klares Bild ab: Sowohl der Wunsch von Marcel Regula nach einem Wechsel nach Dortmund als auch das grundsätzliche Interesse des BVB stehen fest, das jüngste Treffen beider Lager unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Gespräche zusätzlich. Ob daraus im Winter tatsächlich ein Transfer wird, hängt aber weiterhin auch von der Personalie Luca Reggiani ab. Erst wenn sich für den Innenverteidiger eine neue Lösung findet, dürfte Borussia Dortmund die Verhandlungen mit dem Management von Marcel Regula endgültig zum Abschluss bringen.
