Der BVB verzichtet in der Champions League gegen Sabah FK auf Luca Reggiani. Für den jungen Innenverteidiger setzt sich damit eine schwierige Saison fort.
Borussia Dortmund hat Luca Reggiani aus dem Kader für das Champions-League-Spiel gegen Sabah FK gestrichen. Der 18-Jährige reiste zwar gemeinsam mit der Mannschaft nach Aserbaidschan, gehört gegen den Gastgeber aus Baku aber nicht zum Aufgebot von Trainer Niko Kovac. Statt auf einen möglichen Einsatz in der Königsklasse zu hoffen, läuft der Italiener nun für die U19 des BVB in der UEFA Youth League auf. Das gab Borussia Dortmund über Instagram bekannt. Für Luca Reggiani bedeutet die Entscheidung einerseits wichtige Spielpraxis, andererseits liefert sie einen weiteren Hinweis darauf, wie weit der Innenverteidiger inzwischen bei den Profis zurückgefallen ist.
Ganz ohne sportlichen Einsatz bleibt die Reise nach Aserbaidschan für Luca Reggiani zumindest nicht. Der BVB nahm den Verteidiger kurzfristig in das Aufgebot der U19 für die Partie gegen die Nachwuchsmannschaft von Sabah auf. Dort setzt Trainer Daniel Rios direkt auf den 18-Jährigen und stellte ihn in die Startelf. Statt bei den Profis auf der Bank zu sitzen, bekommt Luca Reggiani damit über die komplette Distanz die Chance, sich im Nachwuchsbereich zu zeigen. Für seine persönliche Entwicklung können regelmäßige Einsatzminuten durchaus wertvoll sein. Trotzdem dürfte sich der Italiener seine Reise nach Aserbaidschan anders vorgestellt haben. Ein Champions-League-Spiel mit der ersten Mannschaft hätte ihm die Möglichkeit gegeben, sich auf der größten europäischen Bühne zu präsentieren. Dazu kommt es nun nicht.
Luca Reggiani verliert beim BVB immer mehr an Boden
Die Entscheidung von Niko Kovac passt zur bisherigen Entwicklung in dieser Saison. Luca Reggiani hatte sich noch in der vergangenen Spielzeit deutlich näher an die Profimannschaft herangearbeitet. Damals profitierte der junge Innenverteidiger auch von personellen Problemen in der Dortmunder Defensive und erhielt regelmäßig seine Möglichkeiten. Zwischenzeitlich gehörte er fest zum Team von Niko Kovac und durfte darauf hoffen, sich dauerhaft bei den Profis zu etablieren.
Mittlerweile sieht die Situation vollkommen anders aus. Schon während des Sommers deutete sich an, dass Luca Reggiani seinen bisherigen Platz in der internen Rangordnung verlieren könnte. Genau das ist inzwischen passiert. Während der Italiener zuvor zu den ersten Alternativen für die Innenverteidigung gehörte, stehen mittlerweile zahlreiche Konkurrenten vor ihm.
Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton gehören zu den etablierten Kräften. Auch Ramy Bensebaini kann Niko Kovac im Abwehrzentrum einsetzen. Gleichzeitig haben sich Joane Gadou und Filippo Mane am 18-Jährigen vorbeigeschoben. Dadurch bleiben für Luca Reggiani kaum Möglichkeiten, bei den Profis auf regelmäßige Einsatzzeit zu kommen.
Dass Niko Kovac nun sogar bei der Champions-League-Reise auf den Italiener verzichtet und ihn stattdessen zur U19 schickt, unterstreicht die veränderte Situation. Borussia Dortmund nimmt Luca Reggiani zwar weiterhin mit nach Aserbaidschan, für das wichtige Spiel der ersten Mannschaft spielt der Innenverteidiger jedoch keine Rolle. Nach Informationen des „Kicker“ sollen die Verantwortlichen inzwischen Zweifel daran haben, ob der 18-Jährige langfristig das benötigte Niveau für Borussia Dortmund erreichen kann.
Winter-Wechsel von BVB-Talent Luca Reggiani wird immer realistischer
Schon im Sommer stand ein möglicher Abschied im Raum. Unter Anderem der FC Southampton soll Interesse gezeigt haben. Damals kam ein Transfer allerdings nicht zustande. Luca Reggiani blieb in Dortmund und bekam damit zunächst die Möglichkeit, erneut um seinen Platz im Profikader zu kämpfen. Die ersten Monate der neuen Saison haben seine Ausgangslage jedoch nicht verbessert.
Stattdessen muss der Innenverteidiger immer häufiger auf andere Mannschaften ausweichen, um Spielpraxis zu sammeln. Zuletzt lief Luca Reggiani bereits für die U23 auf. Nun folgt während der Reise nach Aserbaidschan sogar ein Einsatz für die U19 in der UEFA Youth League. Für einen 18-Jährigen stellen solche Partien zwar grundsätzlich eine gute Möglichkeit dar, Erfahrung zu sammeln. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung aber deutlich, dass Niko Kovac derzeit andere Verteidiger für seine Profimannschaft bevorzugt.

Deshalb könnte sich bereits im kommenden Winter die nächste Gelegenheit für eine Trennung ergeben. Borussia Dortmund hätte dann die Möglichkeit, seinen Kader anzupassen. Luca Reggiani könnte wiederum zu einem Verein wechseln, bei dem er bessere Chancen auf regelmäßige Einsätze auf höherem Niveau bekommt.
Interessenten soll es bereits geben. Zuletzt brachten Berichte den AC Mailand und den FC Southampton mit dem Dortmunder Talent in Verbindung. Beide Vereine sollen die Situation des Innenverteidigers beobachten. Ein konkreter Wechsel steht bislang zwar nicht unmittelbar bevor, die sportliche Ausgangslage macht einen Transfer inzwischen aber deutlich nachvollziehbarer als noch vor einigen Monaten.
Ein Vereinswechsel könnte ihm deshalb die Möglichkeit geben, auf höherem Niveau regelmäßig zu spielen und seine Entwicklung fortzusetzen. Borussia Dortmund müsste auf der anderen Seite entscheiden, ob der Verein dem 18-Jährigen noch Zeit geben möchte oder einen endgültigen Schlussstrich zieht.
