Nach den bislang geringen Einsatzzeiten der BVB-Talente wächst die Unzufriedenheit. Intern wird bei Borussia Dortmund nun offenbar kontrovers über den Umgang mit den Youngstern diskutiert.
Bei Borussia Dortmund läuft es unter Trainer Niko Kovac sportlich bislang weitgehend nach Plan. Dennoch sorgt ein Thema hinter den Kulissen zunehmend für Unruhe. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit den vielversprechenden Nachwuchsspielern, die bei den Profis aktuell nur selten zum Einsatz kommen. Wie der kicker berichtet, wird beim BVB derzeit „intern intensiv und in Teilen kontrovers“ über die Perspektiven der eigenen Talente diskutiert.
Eigentlich hatten sich die Dortmunder vorgenommen, ihre Nachwuchsspieler in dieser Saison stärker in die erste Mannschaft einzubinden. Bislang gelingt das allerdings nur bedingt. Besonders deutlich wird die Situation bei Samuele Inacio und Mathis Albert. Während Inacio bisher lediglich 188 Spielminuten bei den Profis sammeln durfte, kommt Albert sogar nur auf 110 Minuten.
Auch Mussa Kaba und Enzo dos Santos müssen sich überwiegend mit Einsätzen in den Nachwuchsmannschaften zufriedengeben. Einigen Verantwortlichen soll diese Entwicklung zunehmend Sorgen bereiten. Dem Bericht zufolge wächst intern die Überzeugung, dass die größten Talente regelmäßige Spielpraxis auf Bundesliga-Niveau benötigen, um den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Einsätze in der U19 oder U23 seien dafür langfristig nicht ausreichend.
Kovac beim BVB: Eigene Nachwuchstalente mit schwerem Stand
Die Diskussion geht allerdings über die sportliche Förderung hinaus. Schließlich genießt Borussia Dortmund seit Jahren einen hervorragenden Ruf als Ausbildungsverein. Dieser könnte Schaden nehmen, sollten vielversprechende Nachwuchskräfte dauerhaft ohne echte Perspektive bei den Profis bleiben. Auch mögliche Neuzugänge und deren Berater beobachten genau, welche Chancen junge Spieler in Dortmund erhalten.

Fehlende Einsatzzeiten könnten deshalb künftig zum Nachteil werden, wenn der BVB um begehrte Talente konkurriert. Hinzu kommt der wirtschaftliche Aspekt. Die Dortmunder wollen weiterhin junge Spieler entwickeln und später gewinnbringend verkaufen. Ohne regelmäßige Auftritte auf höchstem Niveau dürfte es allerdings schwierig werden, deren Marktwerte nachhaltig zu steigern.
Grundsätzlich setzt Kovac durchaus auf junge Spieler. Mit Jobe Bellingham und Joane Gadou erhalten beispielsweise zwei Talente regelmäßig ihre Chancen. Allerdings wurden beide extern für viel Geld verpflichtet. Gerade die Förderung der Talente aus dem eigenen Nachwuchs bleibt damit eine offene Baustelle beim BVB.

