Kehl will von Stammplatz-Herausforderern mehr Einsatz sehen

Julian Brandt
Foto: Granada / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

2:0 am Freitag gegen den KFC Uerdingen in der ersten Runde des DFB-Pokals. Am folgenden Samstag dann ein 4:0 im Testspiel gegen Preußen Münster, das selbst mehr als ordentlich in die Drittliga-Saison gestartet ist. Eigentlich gibt es beim BVB guten Grund entspannt dem Saisonstart entgegenzublicken. Doch Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, kitzelt besonders die Profis, die am Samstag zum Einsatz kamen zu mehr Engagement.

Allen muss klar sein, dass der Positionskampf für die Startaufstellung in vollem Gange ist. Auch wenn Sportdirektor Michael Zorc äußerst erfolgreich an der Verschlankung des Kaders gearbeitet hat, ist der Konkurrenzkampf auch durch die Neuverpflichtungen enorm. Frei nach Berti Vogts: Die Breite in der Spitze ist gewachsen. So betont auch Sebastian Kehl: „In der neuen Woche werden wir die Karten nochmal mischen und hart arbeiten an ein paar Dingen. Unsere Vorbereitung, das hat der Trainer immer wieder betont, ist noch nicht zu Ende.“

Am Samstag gegen Preußen Münster wurden Spieler eingesetzt, die am Freitag Abend gegen den KFC Uerdingen im Pokal nicht oder kaum zum Einsatz kamen. „Es war wichtig, dass alle auf ihre Belastung kommen, sich zeigen und auf sich aufmerksam machen können“, erklärt Kehl die Maßnahme. Zufrieden zeigt er sich dabei allerdings nicht von allen Profis: „Doch da hätte bei dem einen oder anderen mehr kommen können. In der ersten Halbzeit war wenig Tempo im Spiel; viel quer, nicht genug Bewegung, wenig Tiefe. Es fehlte also all das, was wir von unserem Spiel erwarten.“ Besser wurde des dann in Durchgang zwei: „Da waren einige gute Aktionen dabei, mehr Zielstrebigkeit, ein paar schön herausgespielte Tore.“

Brandt nimmt Kehl-Kritik an, bleibt aber zuversichtlich

Zu den kritisierten Spielern darf sich auch Julian Brandt zählen, dem seine zweiwöchige Verletzungspause noch anzumerken war. In Sachen Spritzigkeit und Spielpraxis noch etwas aufholen muss, um eine Alternative für die erste Elf zu werden. Der Nationalspieler glaubt allerdings nicht, „dass ich so weit hinterherhinke“. Es sollte nicht lange dauern, „bis ich das Fitnesslevel der anderen erreiche“.

Einen direkten Vergleich vom DFB-Pokal oder dem Supercup, die doch mehr Bedeutung haben als ein Testspiel, und dem Sieg gegen Münster will Sebastian Kehl nicht ziehen. „Beide Spiele sind schwierig miteinander zu vergleichen“, erklärt Kehl: „In der ersten DFB-Pokalrunde herrscht eben eine andere Anspannung. Und der Supercup war eine super Standortbestimmung auf dem Niveau. Jetzt haben wir zwei Mannschaften gehabt, die nicht in der Bundesliga spielen.“ Entspannung also verboten!

Dennoch kann konstatiert werden, die Vorbereitung hätte für den BVB kaum besser laufen können. Neun Siege in neun Spielen, samt Supercup und DFB-Pokal, bei einer Tordifferenz von 38:5 – das macht Lust auf den Saisonstart. Doch wie Sebastian Kehl warnt auch Julian Brandt vor dem Schlendrian. Denn: „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und denken, es läuft alles von selbst!“

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