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Slavia Prag vs. Borussia Dortmund | Vorschau, Team-News und Prognose

Marco Reus vor dem Barca-Spiel: Wir wollen, dass Messi spielt
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Am 2. Spieltag der Champions League Gruppenphase ist der Gegner von Borussia Dortmund nicht so namenhaft wie der erste Kontrahent FC Barcelona. Doch mit Slavia Prag wartet im heimischen Sinobo Stadion ein Gegner, den die Schwarz Gelben auf keinen Fall unterschätzen dürfen. Einen Erfolg benötigt Dortmund dort aber unbedingt – nicht nur für das Punktekonto.

Denn die Stimmung ist bei Borussia Dortmund bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ziemlich mies. Marco Reus regt sich über Fragen nach der Mentalität der Borussen auf, Axel Witsel stellt die Qualität der Mannschaft in Frage, der BVB kann die (auch selbst) hochgehängten Erwartungen aktuell nicht erfüllen. Nebenschauplätze kann sich der BVB aktuell eigentlich nicht erlauben. Doch genau solche entstehen bekanntlich ja immer dann am schnellsten, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kanns.

So auch in Dortmund: Gerüchte wurden laut, gemäß denen sich der BVB bereits mit der Personalie Florian Kohfeldt auseinandersetzen soll. Haben die Dortmunder Verantwortlichen den Bremer Übungsleiter bereits als Nachfolger für den aktuellen Coach Lucien Favre ins Auge gefasst? “Wir führen keine Trainerdiskussion”, dementierte Sportdirektor Michael Zorc umgehend. Kaderplaner Sebastian Kehl konstatiert: “Die Diskussion ist doch lächerlich.” Zufrieden mit der aktuellen Situation sind die beiden aber natürlich auch nicht.

Druck auf BVB vor Prag bereits enorm

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“Die Gemengelage ist schwierig”, offenbarte dann Michael Zorc am Dienstag vor der Abreise nach Prag. Der Druck auf den BVB ist groß. Ganz anders die Situation beim Gruppengegner Slavia Prag. Die haben mit den Vorrundengegnern Borussia Dortmund, FC Barcelona und Inter Mailand das ganz große Los gezogen. “Das ist wie Weihnachten mit drei Geschenken”, meint Slavia-Trainer Trpisovsky mit Blick auf die Gruppengegner. Die Champions League ist für den tschechischen Double-Sieger nur die Kirsche auf der Sahne. Und gegen Inter Mailand haben sie mit einem 1:1 schon bewiesen, dass sie diese Leichtigkeit ausnutzen können.

Team-News: Borussia Dortmund

Aus den letzten fünf Pflichtspielen sprang für den BVB lediglich ein einziger Sieg heraus (4:0 gegen Bayer Leverkusen, drei Unentschieden, eine Niederlage). Gegen Slavia Prag muss nun in der Champions League der erste Sieg her. Vier Punkte aus den Partien gegen Barcelona und eben Prag wären ein erfolgreicher Start, nur zwei oder gar ein Zähler nicht. Trainer Lucien Favre kann für diese nicht einfache Aufgabe fast auf sein komplettes Personal zurückgreifen.

Lediglich zwei potenzielle Stammspieler fehlen verletzt. Nico Schulz laboriert weiterhin an einem Bänderriss in der Fußwurzel. Und auch Paco Alcacer kann die Reise nach Prag nicht mit antreten. Den spanischen Angreifer, gegen Bremen bereits nur als Joker aktiv, plagt eine Achillessehnenreizung. Mit an Bord Richtung Prag ist dagegen Mats Hummels. Der Innenverteidiger, der sich gegen Barcelona in hervorragender Form präsentierte, fiel gegen Bremen mit Rückenschmerzen aus, kann aber gegen Slavia Prag wohl auflaufen.

In der Defensive könnte im Vergleich zum Bremen-Spiel auch Raphael Guerreiro zurück in die Startelf rotieren. Achraf Hakimi würde zurück auf rechts wechseln, Routinier Lukasz Piszczek zunächst auf der Bank Platz nehmen. Der Pole kam selbst erst aus einer Verletzungspause zurück und könnte behutsam wieder integriert werden. In der Offensive dürfte Mario Götze erneut im Sturmzentrum auflaufen. Eine Alternative in der Offensive würde auch Julian Brandt darstellen. Auf der Doppelsechs wird neben Axel Witsel der erfahrene Däne Thomas Delaney anstelle von Mahmoud Dahoud erwartet.

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Team-News: Slavia Prag

Personell aus dem Vollen schöpfen kann Slavia-Trainer Jindrich Trpisovsky, denn Verletzungssorgen plagen den tschechischen Meister und Pokalsieger aktuell nicht. Zu erwarten ist demnach eine ähnliche Ausrichtung und Aufstellung wie im ersten Champions League Spiel gegen Inter Mailand. In diesem trat Slavia Prag etwas defensiver eingestellt als in der heimischen Liga an, wenngleich Trpisovsky  ein offensiv denkender Trainer ist.

In der tschechischen Liga ist die Grundformation Slavias in der Regel ein offensives 4 -2-3-1. Gegen den BVB ist es gut möglich, dass Trpisovsky  seinen zentralen Stürmer, den erfahrenen Milan Skoda opfert, um mit einem dritten Sechser mehr Sicherheit im Mittelfeld zu bekommen. Die beiden schnellen Außenbahnangreifer Masopust und Olayinka bilden dann die Doppelspitze in einem 4-3-1-2, die aber als erste Verteidiger ihrer Mannschaft den Dortmunder Spielaufbau stören sollen.

Slavia Prag vs. Borussia Dortmund: Die voraussichtlichen Aufstellungen

Slavia Prag: Kolar – Boril, Hovorka, Kudela, Coufal – Traore, Soucek, Husbauer – Stanciu – Olayinka, Masopust

Borussia Dortmund: Bürki – Guerreiro, Hummels, Akanji, Hakimi – Delaney, Witsel – Hazard, Reus, Sancho – Götze

Prognose: Borussia Dortmund tut sich schwer und gewinnt knapp

Slavia Prag hat nichts zu verlieren. Jeder erwartet, dass die Tschechen in der Todesgruppe mit Barca, Inter und dem BVB letzter werden. Schon gegen Mailand hat Slavia gezeigt, dass sie diese Einschätzung nicht hemmt, sondern sie befreit aufspielen können. Erst in der 92. Minute konnte Inter noch glücklich ausgleichen. Auch dem verunsicherten BVB wird es gegen Prag nicht leicht fallen, die Punkte zu entführen. Der Druck ist groß, endlich wieder ein Erfolgserlebnis einzufahren. Und nach einem harten Kampf gelingt dies Borussia Dortmund gegen Slavia Prag auch – allerdings nur mit einem knappen Sieg.