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Nächster Rückschlag: 1:2 gegen Hoffenheim – Favre vercoacht sich

Mario Götze und Lucien Favre
Foto: Jörg Schüler/Getty Images

Anstatt Druck auf die Tabellenspitze um Leipzig und Gladbach auszuüben, beendet der BVB die Hinrunde mit einem Misserfolg. Mit 1:2 verlor Borussia Dortmund bei der TSG Hoffenheim. Wie schon gegen Leipzig führte der BVB, hätte den Sack zumachen können – und schaffte dies nicht. Waren gegen Leipzig noch unerklärliche persönliche Patzer Schuld an der verspielten Führung, machte in Sinsheim nur einer individuelle Fehler: Trainer Lucien Favre.

Notgedrungen musste Lucien Favre seine Startelf im Vergleich zum immerhin spielerisch befriedigenden Remis gegen die Roten Bullen umbauen. Marco Reus fiel aufgrund eines Faserrisses aus. Er wurde von Mario Götze ersetzt. Jadon Sancho, der ebenfalls fraglich für die Partie im Kraichgau war, stand hingegen in der Startformation. In diese berief Lucien Favre auch Nico Schulz, der erst im Sommer nach zwei Jahren bei Hoffenheim zu Schwarz Gelb gewechselt war und somit an alte Wirkungsstätte zurückkehrte.

Sancho und Schulz auf der linken Seite standen zu Beginn aber kaum im Fokus. Denn das Spiel des BVB lief in der Anfangsphase vor allem über die rechte Phase. Thorgan Hazard und Achraf Hakimi spielten sich mal um mal auf der rechten Seite durch die Hoffenheimer Ketten. In der 10. Minute verpasste Mario Götze eine Hereingabe von Hakimi noch haarscharf. Sieben Minuten später war dieselbe Kombination dann von Erfolg gekrönt. Hazard steckte unwiderstehlich auf den startenden Hakimi durch, der mit seiner flachen Hereingabe Mario Götze diesmal fand. Der 27-Jährige traf bei seinem ersten Startelf-Einsatz seit dem unwürdigen 0:4 gegen Bayern München direkt ins gegnerische Tor. Sebastian Rudy, ungewohnt als rechter Verteidiger aufgeboten, konnte den Ball nicht mehr von der Linie kratzen.

Hoffenheim hat, was dem BVB fehlt: eiskalte Stürmer

Nach 20 Minuten hätte Jadon Sancho gut und gerne auf 2:0 stellen können, doch den Abschluss verzog der junge Engländer völlig. Hoffenheim trat dabei offensiv überhaupt nicht in Erscheinung. Während der kompletten ersten Hälfte hatten die Kraichgauer einen einzigen gefährlichen Abschluss. Bezeichnenderweise wurde es durch einen ruhenden Ball aus fast 30 Metern Entfernung gefährlich, den der auffällige Skov an die Unterkante der Latte zimmerte. Bürki sah nicht gut aus bei dieser Aktion. Anders sein Gegenüber Oliver Baumann. Der reagierte zunächst blitzschnell gegen Hakimi und lenkte anschließend einen hervorragenden Abschluss von Thorgan Hazard mit den Fingerspitzen an die Latte. Somit ging es lediglich mit einem 1:0 für den BVB in die Halbzeitpause.

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Und in dieser wechselte Lucien Favre ausgerechnet den auffälligsten Spieler der ersten Hälfte aus. Für Thorgan Hazard kam Jacob Bruun Larsen in die Partie. Und auch in der Abwehr tauschte der Schweizer. Mats Hummels hatte sich in der ersten Hälfte an der Hand verletzt, für ihn musste Favre Lukasz Piszczek einwechseln. Zunächst wirkten sich die Wechsel allerdings nicht nachteilig aus. Bruun Larsen blieb zwar blass, dafür wurden Jadon Sancho und Julian Brandt auffälliger in der Offensive. Letzterer hatte die erste gute Gelegenheit in der zweiten Hälfte – und für einige Zeit auch die letzte – wurde aber vom starken Baumann gestoppt (50.). Die Partie verflachte zunehmend.

Bis die TSG den BVB in der 79. Minute schockte. Eine Flanke von Kaderabek konnte Piszczek nicht klären, Locadia scheiterte noch an Bürki aus kürzester Distanz – doch der zweite Sturm-Joker der Hoffenheimer profitierte: Sargis Adamyan traf zum 1:1. Und der starke Ex-Regensburger sollte seine Leistung noch krönen. Mit einer butterweichen Flanke bediente er Andrej Kramaric, der per Kopf zum 2:1 für Hoffenheim traf. Der BVB hatte es zuvor verpasst, erneut in Führung zu gehen. Das Thema ist mittlerweile leidig: Doch wer Jadon Sancho und Paco Alcacer zu ungenaue Hereingaben von Achraf Hakimi verpassen sah, sehnt sich nach einem “echten” Mittelstürmer.