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Ruhig und cool: BVB gewinnt auch zweites Spiel nach der Corona-Pause in Wolfsburg

Achraf Hakimi und Raphael Guerreiro
Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Ein Raphael Guerreiro in bestechender Form, ein Luftloch von Erling Haaland und ein Bankdrücker Jadon Sancho, der dann doch wieder seine Extraklasse unter Beweis stellte. Die Partie beim VfL Wolfsburg bot einige Stories auf Seiten der Schwarz Gelben. Die wichtigsten Fakten: 2:0 gewonnen, schwere Auswärtshürde übersprungen, Druck auf Bayern München aufrecht erhalten. Vor dem Showdown am Dienstag zwischen dem Tabellenführer aus München und dem Verfolger aus Dortmund präsentiert sich der BVB in Topform.

Wer den Erzrivalen Schalke 04 im Revierderby am vergangenen Samstag mit 4:0 abfertigt, der kann auch mit dem VfL Wolfsburg fertig werden, dachte sich wohl Lucien Favre. Denn der Coach der Schwarz Gelben schickte exakt die selbe Elf in Wolfsburg auf den Rasen, wie schon am vergangenen Samstag gegen die Königsblauen. Bedeutete: Weder Axel Witsel (nicht im Kader) noch Emre Can (Bank) kehrten auf den Platz zurück. Und auch Jadon Sancho rotierte nicht zurück in die Startelf.

Der Spielbeginn verlief schleppend, Abtastphase ist das am besten passende Wort. Viel quer gespielte Bälle, viel Sicherheit, wenig Risiko oder gar Torchancen. Thorgan Hazard mit einem Schlenzer in der 16. Minute näherte sich als einzige Akteur in der ersten halben Stunde überhaupt einmal dem Tor an. Bis der BVB in der 32. Minute urplötzlich wie aus dem Nichts seine Klasse zeigte. Am rechten Flügel bewies Julian Brandt seine klasse Übersicht. Mit dem Außenrist passte er auf den durchstartenden Achraf Hakimi, der Thorgan Hazard mit einem Steilpass in die Tiefe schickte. Von der Grundlinie spielte der Belgier scharf zurück in den Strafraum. Erling Haaland verpasste noch den Abschluss, indem er ein Luftloch schlug. Doch die gesamte Hintermannschaft der Wölfe hatte sich nur auf den norwegischen Torjäger konzentriert, sodass Raphael Guerreiro ungedeckt aus dem Rückraum anrauschen konnte und relativ einfach vollstrecken durfte. Der dritte Treffer im zweiten Spiel nach der Corona-Pause für den Portugiesen in bestechender Form.

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Auch der zweite Außenbahnspieler trifft – Hakimi entscheidet die Partie

In der ersten Hälfte war von der Offensive des VfL Wolfsburg weiterhin nichts zu sehen. Mit den beiden körperlich enorm präsenten Spitzen Wout Weghorst und Daniel Ginczek wollte die Wölfe den BVB in Verlegenheit bringen. Doch dieser Plan funktionierte in der ersten Hälfte noch überhaupt nicht. Borussia Dortmund blieb defensiv ohne Wackler und nahm nach dem Führungstreffer noch mehr das Zepter in die Hand. Ohne jedoch noch einmal gefährlich zu werden.

Nach dem Pausentee sorgte Mats Hummels für Sorgenfalten auf der Stirn eines jeden BVB-Fans. Denn der Innenverteidiger, der in Abwesenheit von Marco Reus die Kapitänsbinde übernahm, kehrte nicht auf den Rasen zurück. Emre Can wurde für Hummels eingewechselt. Ob er am Dienstag gegen den FC Bayern wieder mitwirken kann, ist noch unklar. Allerdings könnte es sich bei der Auswechslung um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt haben.

Auf dem Rasen sorgte nun auch der VfL Wolfsburg für ein erstes offensives Ausrufezeichen (48.). Von Wout Weghorst bedient knallte Renato Steffen allein vor BVB-Keeper Bürki den Ball an die Oberkante der Latte. Der BVB agierte vorsichtiger, Wolfsburg kam zu mehr Spielanteilen. Und erneut Renato Steffen prüfte Roman Bürki aus der Distanz (62.). Doch als sich der VfL immer mehr am schwarz gelben Strafraum festzuspielen begann, zeigte der BVB seine Klasse. Mit einem blitzschnellen Konter, an dessen Ende der eingewechselte Jadon Sancho Achraf Hakimi im Strafraum bediente und der Marokkaner aus spitzem Winkel überlegt ins lange Eck traf, zog der BVB den Wölfen den Zahn. Für den letzten Aufreger sorgte der eingewechselte Wolfsburger Klaus, der Akanji eigentlich unabsichtlich, aber hart auf die Wade trat. Nach Studien der VAR-Bilder zeigte Schiedsrichter Daniel Siebert dennoch rot. In Überzahl brachte der BVB den Auswärtsdreier ruhig und cool unter Dach und Fach. Am Dienstag bietet sich also die Gelegenheit, die aktuell vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München mit einer ähnlich abgezockten Vorstellung im direkten Duell zu verringern.