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Überbesetzte Offensive beim BVB: Wohin mit Julian Brandt?

Julian Brandt
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Vor dem Bundesliga-Start gegen Lieblingsgegner Borussia Mönchengladbach überwiegen die positiven Nachrichten. Marco Reus feiert sein Comeback in einem Pflichtspiel gleic mit einem Rekordtor. Die jungen Wilden bewähren sich nicht nur in Freundschaftsspielen, sondern auch im DFB-Pokal. Thorgan Hazard bietet sich auf ungewöhnter Position als Alternative an. Doch bei einer anderen Mittelfeld-Personalie scheinen die Perspektiven weniger rosig: Julian Brandt. In der Mittelfeldzentrale und Offensive wird der deutsche Nationalspieler aktuell von den Youngsters überholt. Für Lucien Favre lautet die Frage: Wohin mit Julian Brandt?

Zwei Konkurrenten um die Plätze in der Dortmunder Startelf konnten im DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg nicht nur überzeugen, sondern auch noch Rekorde aufstellen. Jude Bellingham zeigte sich in seinem ersten Pflichtspiel für Schwarz Gelb dynamisch, zweikampfstark, ballsicher. Und durch seinen Treffer kürte sich Bellingham zum jüngsten Torschützen der 111-jährigen BVB-Historie. Die Aussichten für Julian Brandt als Nebenmann von Axel Witsel zu starten sinken dadurch weiter.

Auf der Zehn, der eigentlich favorisierten Position von Brandt, startete Giovanni Reyna. Auch der andere 17-Jährige konnte sich in die Torschützenliste eintragen und belebte die Offensive. Eingewechselt für Reyna wurde Brandt Julian Brandt dann. Doch nicht er machte auf sich aufmerksam, sondern der Rekonvaleszent Marco Reus. Nur drei Sekunden nach der Einwechslung der beiden Kreativspieler traf Reus ins Duisburger Tor – ebenfalls Rekord, das schnellste Tor im DFB-Pokal. Julian Brandt hätte sich ebenfalls in die Torschützenliste eintragen können. Doch einen leicht in den Rücken gespielten Ball von Marco Reus konnte der 24-Jährige nicht ordentlich verarbeiten. Aus kurzer Distanz ging sein Abschluss direkt auf MSV-Schlussmann Leo Weinkauf. Ansonsten blieb Brandt in etwas mehr als einer halben Stunde, die er auf dem Feld stand, blass.

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Emre Can voll des Lobes über die jungen Wilden in der Offensive

Somit fristete Julian Brandt auch in den Lobeshymnen nach dem Kantersieg ein Schattendasein. Emre Can lobte explizit die jungen Wilden in der Offensive, also Jadon Sancho, Erling Haaland sowie die beidne 17-Jährigen Jude Bellingham und Giovanni Reyna. “Es ist geil, was wir für Kicker in der Mannschaft haben”, jubelte der Innenverteidiger: “Wir haben eine überragende Mannschaft mit sehr, sehr jungen Spielern vorne. Aber sie haben auch gut nach hinten gearbeitet – und das ist wichtig für uns.”

Julian Brandt darf sich aktuell nicht in die Lobeshymne eingeschlossen fühlen. Doch wie und auf welcher Position soll sich Brandt wieder in den Fokus spielen? Im defensiven Mittelfeld ist Axel Witsel als Taktgeber der Mannschaft unumstritten. Neben ihm hat Jude Bellingham aktuell das Startelfmandat sicher. Lucien Favre ist ein großer Fan der Mischung an Talenten, die der Engländer mit auf den Platz bringt. Dieser beherrscht den beherzten Antritt mit feinem Pass in die Spitze ebenso wie die rustikale Grätsche. Als erster Vertreter von Bellingham wurde im Pokal nach 45 Minuten der zweikampfstarke Thomas Delaney eingewechselt. Im zentralen offensiven Mittelfeld ist derzeit ein Job-Sharing von Giovanni Reyna und Marco Reus vorstellbar. Dieses würde dem Youngster Spielzeit und dem Routinier Erholungspausen garantieren.

Bleiben für Julian Brandt nur zwei Hoffnungen auf Einsatzzeit. Einerseits, dass Marco Reus – ebenso wie der nächste junge, hochtalentierte Konkurrent Reinier – auch für die beiden Positionen im Sturm eingeplant wird. Somit würde Julian Brandt sich vornehmlich mit Giovanni Reyna um den Platz als Regisseur streiten. Andererseits, dass die Teenager Bellingham und Reyna altersgemäßen Leistungsschwankungen und Formtiefs unterworfen sind. Dann könnte die Stunde des Julian Brandt schlagen. Immer wenn er in der Zentrale bei Borussia Dortmund eingesetzt wurde, konnte er konstant auf hohem Niveau Leistung bringen.