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BVB-Boss Watzke spricht Klartext: Ohne Champions League „keine gute Saison“

Hans-Joachim Watzke
Foto: IMAGO

Nur ein Punkt. Größer ist der Vorsprung von Borussia Dortmund vor RB Leipzig derzeit nicht. Ein Zähler entscheidet über Champions League oder Europa League. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell liegen Welten zwischen den Wettbewerben. Für BVB-Boss Hans-Joachim Watzke steht fest: Die Schwarz-Gelben müssen in die „Königsklasse“.



Auch wenn der Vize-Meister das Duell gegen die PSV Eindhoven (13. März, 21 Uhr) für sich entscheiden sollte, Priorität genießt nach Ansicht des 64-Jährigen ganz eindeutig die Bundesliga. Die Platzierung nach 34 Spieltagen entscheide „am Ende des Tages“, ob Dortmund „eine gute Saison“ absolviert habe, meint Watzke im Interview mit DAZN. Der Geschäftsführer nimmt kein Blatt vor den Mund: „Es kann keine gute Saison geben, wenn wir nicht in der Champions League spielen.“

Der gebürtige Sauerländer warnt vor zu großer Selbstzufriedenheit. Die Qualifikation für die „Königsklasse“ habe man bei den Westfalen „schon als eine Art Selbstverständlichkeit gesehen“, erklärt der 64-Jährige. Watzke mahnt: „Jetzt sieht man auf einmal, weil die anderen auch nicht schlafen und die Bundesliga in Gänze besser geworden ist, dass es mal wieder Spitz auf Knopf ist.“

„Keine negative Energie“

Obgleich Borussia Dortmund das drittbeste Team der Rückserie stellt, kommt fast an jedem Wochenende Kritik über die unattraktive Spielweise der Mannschaft auf. Watzke zeigt zumindest ein wenig Verständnis: „Die Momentaufnahme spricht in manchen Momenten vielleicht ein bisschen dafür. Aber dass ist mir alles zu theoretisch. Ich würde mir aber auch gerne vorstellen, dass wir in der Bundesliga ab und zu ein wenig flüssiger spielen würden. Das räume ich gerne ein.“

Der BVB-Chef geht in dem Gespräch ebenfalls auf einen möglichen Abschied von Mats Hummels (35) und Marco Reus (34) ein. Die Routiniers stehen nur noch bis Ende Juni 2024 unter Vertrag. „Irgendwann wird es soweit sein, dass wir zwei, die viel für Borussia Dortmund geleistet haben, verlieren“, sagt Watzke, der sich bei aller Wehmut aber auch optimistisch zeigt: „Aber das fängt man dann auf, das hat es immer schon gegeben.“ Selbst wenn die altgedienten Profis den Klub verlassen sollten, erwartet der 64-Jährige, dass beide „grimmig gucken, wenn sie nicht spielen“. Entscheidend sei es, so Watzke, „dass man keine negative Energie in die Mannschaft reinfließen lässt“.

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