Champions League

CL-Endspiel gegen Real: Die BVB-Profis in der Einzelkritik

Ian Maatsen
Foto: IMAGO

Borussia Dortmund hat im Champions-League-Finale gegen Real Madrid einen couragierten Auftritt hingelegt – und steht am Ende dennoch mit leeren Händen da. Wie sich die BVB-Profis geschlagen haben, kann man nachfolgende in unserer Einzelkritik nachlesen.



Gregor Kobel: Hatte eine halbe Stunde lang nichts zu tun, erstmals auffällig, als ihn Vinicius Junior von den Beinen grätschte und Gelb sah. Musste erst kurz nach der Pause eingreifen, als er einen präzisen Freistoß von Toni Kroos hielt. Hatte dann Riesenglück, als er eine Flanke auf Jude Bellingham falsch einschätzte und am Ball vorbeisprang. Beim Tor von Real zum 1:0 konnte Kobel nichts machen – bei einem erneut starken Kroos-Freistoß dann aber schon. Hielt dann noch zweimal grandios: gegen Camavingas Schuss und Nachos Kopfball. Trotz der tollen Aktionen war Kobel dann beim 2:0 durch den frei vor ihm stehenden Vinicius Junior chancenlos. Note: 3

Julian Ryerson: Bekam schon nach zwei Minuten Vinicius Juniors sagenhaften Speed zu spüren und konnte nur hinterher schauen. Erholte sich sofort mit starken Offensivaktionen. Machte Real mit seiner furchtlosen Spielweise mehrfach Probleme. Ein insgesamt sehr beherzter Auftritt. Doch auch der Norweger konnte in der Schlussphase nur zusehen, wie dem BVB das Spiel entglitt. Note: 3

Mats Hummels: Stand tief im Sechzehner und startete von dort seine Klärungsaktionen – die erste war sofort perfekt umgesetzt gegen Vinicius Junior. Und dann gleich nochmal gegen den superflinken Brasilianer. Spielte dann nach 20 Minuten einen Sensationspass auf Adeyemi zu einer Riesenchance. Grätschte kurz vor der Pause wieder enorm stark gegen Vinicius Junior und jubelte laut – bester Dortmunder in der ersten Halbzeit. Ermöglichte dann Real aber eine gute Freistoßchance mit einem Foul nah am Strafraum. Sah unmittelbar nach Madrids Führung die gelbe Karte nach einem (rettenden) Foul gegen Camavinga. Note: 2

Nico Schlotterbeck: Klärte nach wenigen Minuten wichtig gegen Rodrygo. In der Folge in Ballbesitz stark unter Druck gesetzt, das machte ihm zu schaffen. Meckerte dann so sehr über eine Schwalbe von Vinicius Junior, dass er dafür Gelb sah. Musste dann ewig keine Defensivzweikämpfe führen, weil von Real kaum etwas kam. Rettete kurz nach Reals Führung herausragend gegen Bellingham mit einer Grätsche im Strafraum. Note: 3

Ian Maatsen: Weil Real meist über links angriff, war Maatsen zunächst nicht so sehr im Blickpunkt. Dann aber umso mehr, als er Füllkrugs große Chance (Pfostenschuss) vorbereitete. Als Dortmund mit drei Mann das Spiel hinten aufbaute, wurde Maatsen immer offensiver und holte sich den Ball immer mehr in der Mitte – und rettete hinten gegen Carvajals Schuss. Leistete sich dann mitten in Reals irrer Druckphase einen bösen Fehlpass, der zum 2:0 führte und sein gutes Spiel und Dortmunds Chancen zunichte machte. Note: 3

Emre Can: Die erste auffällige Aktion des Kapitäns war ein Tritt an Bellinghams Bein. Die zweite: eine Behandlung an der linken Wade nach Schmerzen dort. Spielte aber weiter und ließ sich dann sehr tief fallen, um das BVB-Spiel aufzubauen. War das ganze Spiel über um ein dichtes Zentrum bemüht, was ihm durchweg gelang. Ging nach vorne kein Risiko ein – musste in der 80. Minute wegen des Rückstands für Malen vom Feld. Note: 4

Marcel Sabitzer
Foto: Getty Images

Marcel Sabitzer: Trieb Dortmunds ersten Angriff über rechts voran, doch seine Flanke kam zu ungenau. Fing sehr giftig an. Seine Aufgabe war es, Toni Kroos nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Schaltete sich aber klug nach vorne ein und feuerte einen starken Distanzschuss kurz vor der Pause ab – weniger klug war dann, dass er kurz danach Gelb wegen Meckerns sah. In der zweiten Halbzeit weniger energisch als davor. Und in der Schlussphase ganz blass – so blieb es dabei, dass seine Jagd auf einen Flitzer der Moment im Spiel war, der in Erinnerung bleiben wird. Note: 4

Julian Brandt (bis 81. Minute): Erste Szene nach einer Viertelstunde, als er von Füllkrug den Ball im Strafraum bekam, dann aber verzog. Trat dann etliche Eckbälle, die meist hoch in Strafraum segelten und ungefährlich blieben. Brandt wollte unbedingt, aber bekam nie den entscheidenden Zugriff, nie die entscheidenden Bälle, um einen Unterschied machen zu können. Wurde für Haller ausgewechselt. Note: 4

Jaden Sancho: Der rechte Angreifer war zunächst kaum im Spiel. Verlor den Ball leichtfertig. Hatte seine erste starke Aktion kurz vor der Pause, als er Kroos rechts abschüttelte. Danach aber auch lange unauffällig – und wechselte auf die linke Seite, um es dort zu probieren. Leistete sich dann einen doofen Ballverlust vor der Ecke zum 1:0 von Real. Danach nicht mehr zu sehen. Schwächster Dortmunder in Wembley, musste kurz vor Schluss raus. Note: 5

Karim Adeyemi (bis 72. Minute): Bekam den Vorzug vor Donyell Malen. Versuchte Real früh zu stören und hatte nach 21 Minuten eine Riesenchance, die er alleine auf Real-Torwart Courtois zulaufend leichtfertig vergab. War sechs Minuten später nach Highspeed-Konter wieder links durch, schoss aber nicht präzise genug. Strahlte stets Gefahr aus – besonders, als er nach einer Stunde auf Füllkrug zu einer tollen Kopfballchance flankte. Musste kurz danach für Marco Reus raus. Note: 3

Niclas Füllkrug: Sofort präsent, kam nach Dortmunds erster Ecke per Kopf an den Ball. Bereitete dann Dortmunds erste Chance für Julian Brandt stark vor. Hatte nach 23 Minuten Pech mit einem Pfostenschuss – und war dann für längere Zeit kaum noch am Ball. Erst nach einer Stunde mit einem wuchtigen Flugkopfball wieder zu sehen. Bekam kurz danach einen Ball ins Gesicht und klagte über Schmerzen – und war wenige Minuten später bei Reals 1:0 einen Tick zu spät im Kopfballduell mit Carvajal. Traf dann zwar noch per Kopf ins Tor, stand aber knapp im Abseits. Schade. Note: 3

Marco Reus
Foto: IMAGO

Marco Reus (ab 72. Minute): Kam rein, als der BVB noch Chancen hatte. Dann erlebte er ganz bittere 20 Minuten in seinem letzten Spiel für Schwarzgelb. Ein trauriger Abgang der Dortmunder Legende, die in der Schlussphase in Wembley keine Szenen hatte. Ohne Note

Donyell Malen (ab 81. Minute): Der Niederländer kam mitten in der für den BVB so bitteren Phase rein. Kurz nach seiner Einwechslung war das Spiel entschieden, bitter für ihn und die Borussia. Ohne Note

Sebastian Haller (ab 81. Minute): Der Stürmer, der den BVB im Sommer verlassen könnte, kam kurz nach dem 1:0 und kurz vor dem 2:0 für Real rein. Unglücklicher hätte das Timing bei seinem Einsatz in Wembley kaum sein können. Ohne Note

Jamie Bynoe-Gittens (87. Minute): Kam ganz spät für den schwachen Jadon Sancho und hatte keine nennenswerten Szenen mehr. Ohne Note

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