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Ohne Königsklasse: So hart würde der BVB finanziell getroffen

Sebastian Kehl und Lars Ricken
Foto: IMAGO

Aufgrund schwacher Transfererlöse und einer sportlich enttäuschenden Saison verzeichnet der BVB massive Gewinneinbußen. Droht nun ein finanzielles Problem – oder ist der Klub gut genug aufgestellt?



Borussia Dortmund muss in einer sportlich schwierigen Saison auch wirtschaftliche Rückschläge hinnehmen. Laut dem aktuellen Halbjahresbericht ist das Konzernergebnis drastisch gesunken: Statt eines Gewinns von 78 Millionen Euro im Vorjahr stehen nun nur noch acht Millionen Euro zu Buche – ein Rückgang um rund 70 Millionen Euro.

Ein entscheidender Grund für diesen finanziellen Einbruch ist das deutlich geringere Transfereinkommen im Vergleich zum Vorjahr. Während der Verkauf von Jude Bellingham an Real Madrid im Sommer 2023 noch 103 Millionen Euro in die Vereinskasse spülte, standen im vergangenen Transferfenster teure Neuverpflichtungen wie Serhou Guirassy, Maximilian Beier und Waldemar Anton einem vergleichsweise geringen Verkaufserlös gegenüber.

Zusätzlich könnte dem BVB im kommenden Jahr ein weiteres wirtschaftliches Problem bevorstehen: Sollte die Mannschaft die Qualifikation für die Champions League verpassen, würde der Klub auf erhebliche Einnahmen verzichten müssen. Aktuell beträgt der Rückstand auf Platz vier sieben Punkte, eine Teilnahme an der Königsklasse scheint also stark gefährdet.

Finanzchef Treß bleibt gelassen – doch wie stabil ist der BVB wirklich?

Dennoch gibt sich Finanzchef Thomas Treß gegenüber den Ruhr Nachrichten gelassen: „Wir sind sehr gut aufgestellt dank unserer konservativen Finanzpolitik der vergangenen Jahre. Falls wir die Champions League-Qualifikation, um die wir noch immer kämpfen, letztlich verpassen sollten, würde das weh tun. Aus einer rein wirtschaftlichen Perspektive wäre es aber gut verkraftbar.“

Um mögliche Verluste abzufedern, hat der BVB bereits vorgesorgt. In vielen Spielerverträgen sind Klauseln verankert, die Gehaltskürzungen von rund 15 Prozent vorsehen, falls der Verein sich nicht für die Champions League qualifiziert. Zudem wurden die Personalkosten bereits leicht gesenkt: In der ersten Saisonhälfte lagen sie bei 118,1 Millionen Euro – etwa 8,6 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Kurzfristig scheint der BVB also gut gerüstet zu sein, doch eine langfristige Abwesenheit aus der Champions League könnte die erheblich Situation verschärfen.

Obwohl die finanzielle Lage des Klubs noch stabil ist, steht Borussia Dortmund vor einer entscheidenden Phase – sowohl sportlich als auch wirtschaftlich.