Kanzler geht zu früh: BVB-Fan Merz verpasst Last-Minute-Sieg

Borussia Dortmund sorgt in der Nachspielzeit für Ekstase im Signal Iduna Park. Bundeskanzler Friedrich Merz verpasst den späten Elfmeter-Siegtreffer, weil er das Stadion vorzeitig verlässt.

Der prominenteste Zuschauer des Abends erlebte den dramatischen Höhepunkt nicht mehr: Bundeskanzler Friedrich Merz verließ beim Bundesligaspiel von Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli  (3:2) das Stadion bereits vor dem Ende – und verpasste damit den spektakulären Siegtreffer in der Nachspielzeit.

Merz hatte die Partie am Samstagnachmittag im Signal Iduna Park von der Tribüne aus verfolgt. Neben ihm saß BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke, mit dem den Kanzler eine langjährige Freundschaft verbindet. Beide stammen aus dem Sauerland, Merz war bis 2014 Mitglied im Aufsichtsrat der Dortmunder. Entsprechend sichtbar war der Kanzler auch für die TV-Kameras, die ihn mehrfach auf der Ehrentribüne einfingen.

Sportlich entwickelte sich ein Spiel mit zwei Gesichtern. Dortmund ging durch Tore von Julian Brandt und Karim Adeyemi mit 2:0 in Führung, ließ danach jedoch deutlich nach. St. Pauli nutzte die Dortmunder Fehler konsequent, James Sands und Ricky-Jade Jones glichen zum 2:2 aus. Nach dem Ausgleich in der 72. Minute verließ Merz mit seinem Sicherheitsteam das Stadion.

Kritik trotz BVB-Sieg: Kovac bemängelt viele Fehler

Die Entscheidung fiel erst ganz spät. In der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Harm Osmers nach einem Foul von Jones an Maximilian Beier auf Elfmeter. BVB-Kapitän Emre Can behielt die Nerven und verwandelte in der 96. Minute zum 3:2 – der Signal Iduna Park stand Kopf. Den „BVB-Wahnsinn“ bekam der Kanzler nicht mehr mit.

Trotzdem zeigte sich Merz nach dem Spiel begeistert. „Was für ein spannendes Spiel!“, schrieb er und ergänzte: Er sei „endlich wieder zu Gast bei meinem BVB“ gewesen. Der Besuch des Kanzlers hatte auch einen offiziellen Anlass. Zuvor war Merz in Dortmund vom Bäckerinnungsverband West mit dem „Großen Stutenkerl“, der höchsten Auszeichnung des Verbandes, geehrt worden. Die Laudatio hielt Watzke – ebenfalls Sauerländer – im Umfeld des Stadions.

Mit der Leistung der Mannschaft zeigte sich dagegen kaum jemand zufrieden. Trainer Niko Kovac kritisierte nach dem Spiel offen: „Im Moment haben wir einfach zu viele Abspielfehler, zu viele Unsauberkeiten in unserem Spiel, die uns dann viele Situationen zunichte machen.“ Am Ende reichte es dennoch – zumindest für die Fans, die bis zur letzten Sekunde geblieben waren.

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